Koreakrieg (1950-1953)

Der Koreakrieg war ein Stellvertreterkrieg während des Kalten Krieges und dauerte von 1950 bis 1953.

Auf der einen Seite standen Südkorea und die von den USA angeführten UNO-Truppen, auf der anderen Seite Nordkorea und China. Die beiden kommunistischen Staaten wurden dabei von der Sowjetunion unterstützt, die USA und Südkorea von vielen westlichen Staaten.

Der Krieg forderte insgesamt 4,5 Millionen Todes-Opfer und hatte die Vertiefung der Spaltung Koreas und die Fortsetzung der Containment-Poltik der USA zur Folge.


Hintergrund

Korea war während des 20. Jahrhundert Spielball der imperialistischen Großmächte.

  • Besetzung durch Japan von 1910 bis 1945

    • Japanische Besatzungsmacht beutet das Land aus

    • Japan verliert den Zweiten Weltkrieg → Sowjetische und amerikanische Truppen marschieren in Korea ein (haben Japan besiegt)

  • Besetzung durch amerikanische und sowjetische Truppen ab 1945: Grenze zwischen beiden Einflusszonen liegt beim 38. Breitengrad (ähnliche Situation mit den Besatzungszonen wie in Deutschland nach 1945)

    • Sowjetische Einflusszone im Norden: Kommunistische Diktatur unter Kim Il-sung

    • Amerikanische Einflusszone im Süden: Autokratische Regierung unter Rhee Syng-man

  • 1948/49: Truppen der USA und Sowjetunion verlassen das Land → Korea politisch und gesellschaftlich durch sehr unterschiedliche Besatzungszonen tief gespalten, Land geteilt

    • Süden will Demokratie in ganz Korea einführen →Rhee Syng-man ruft Republik Korea aus (Südkorea)

    • Norden will kommunistisches Korea →Kim Il-sung ruft Demokratische Volksrepublik Korea aus (Nordkorea)

    • Beide Seiten wollen ganz Korea unter der jeweiligen eigenen Führung vereinen und sehen sich als das "richtige Korea" mit dem richtigen System an → Erste kleinere Kämpfe brechen an der Grenze aus

Verlauf

Der Krieg beginnt am 25.06.1950 mit der Überschreitung der Grenze durch die nordkoreanische Armee nach Südkorea.

  • Nordkoreanische Truppen durch Sowjetunion gut ausgerüstet → Besetzen mit Ausnahme eines kleinen Brückenkopfes ganz Südkorea

  • UN-Sicherheitsrat verurteilt Invasion Südkoreas durch Nordkorea und beschließt Einsatz von UNO-TruppenKoalition aus verschiedenen Staaten treten aufseiten Südkoreas in den Krieg ein (von USA angeführt)

    • UNO-Truppen erobern ganz Südkorea zurück und verfolgen die nordkoreanische Armee bis kurz vor die chinesische Grenze
  • Volksrepublik China greift in den Krieg aufseiten Nordkoreas ein (jedoch nicht offiziell, sondern mit sogenannten "Freiwilligenarmeen") → UNO-Truppen werden wieder bis an die Grenze des 38. Breitengrades zurückgedrängt

    • Auch sowjetische Luftstreitkräfte greifen als chinesische Kampfflugzeuge getarnt auf kommunistischer Seite in die Kampfhandlungen ein

    • Kommt zu Art Stellungskrieg am 38. Breitengrad → Militärisches Patt

    • 1951: Erste Waffenstillstandsverhandlungen

    • Erst 27. Juli 1953 kann Waffenstillstand ausgehandelt werden

Bedeutung und Auswirkungen

  • Enorme Verluste:

    • Insgesamt etwa 4,5 Millionen Tote: Besonders die Zivilbevölkerung litt unter dem Krieg
  • Politische Bedeutung:

    • Erste und einzige Mal, dass sowjetische und amerikanische Truppen im Kampf aufeinandertreffen

    • Erster Einsatz von UNO-Truppen

    • Erwägung des Atomwaffeneinsatzes: Vor allem der amerikanische General MacArthur drängte wiederholt auf den Einsatz von Nuklearwaffen, kam zum Glück nicht dazu

  • Politische Auswirkungen:

    • Verfestigung der Spaltung: Korea blieb auch nach dem Krieg geteilt. Beide Staaten stehen sich noch heute unversöhnbar gegenüber und haben zwei sehr unterschiedliche Systeme (Südkorea: Demokratie nach westlichem Vorbild, Nordkorea: Kommunistische Diktatur).

    • Wiederbewaffnung der BRD: USA und Verbündete befürchten ähnliche Situation auch in Europa. Um Westeuropa also erfolgreich verteidigen zu können, wurde Westdeutschland in die NATO aufgenommen und die Bundeswehr gegründet.

    • Fortsetzung der "Containment-Politik": Verschiedene Sicherheitsbündnisse wurden zwischen westlichen Staaten geschlossen. Die Erfahrungen der Amerikaner im Koreakrieg bestärken sie auch in ihrem Bestreben, die "Ausbreitung des Kommunismus" zu verhindern (Ausblick auf Vietnamkrieg).


Sidefacts

Da nur ein Waffenstillstand 1953 geschlossen wurde und kein Friedensvertrag, befinden sich Nordkorea und Südkorea noch heute offiziell im Kriegszustand.

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