Flucht und Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg - Nachkriegszeit

Flucht & Vertreibung

Nach dem Zweiten Weltkrieg flüchteten über zwölf Millionen Menschen aus ehemals ostdeutschen Gebieten vor der Roten Armee nach Deutschland. Die Flüchtlinge werden von der Bevölkerung jedoch als Fremde behandelt und die Integration fällt anfangs schwer.


Vertreibung und Flucht

Durch die Potsdamer Konferenz wurde Deutschland verkleinert und die ehemals ostdeutschen Gebiete wurden der polnischen oder sowjetischen Verwaltung unterstellt.

  • Umsiedlung: Aufgrund der Verkleinerung Deutschlands und der Westverschiebung Polens, will Stalin zwölf Millionen Deutsche umsiedeln
  • Eigentlich sind die Alliierten gegen einen solchen Bevölkerungstransfer, aber Stalin fängt schon während des Krieges an, mit der Roten Armee die Menschen zu vertreiben
  • Ermordung, Vergewaltigung und Vertreibung: Auf dem Vormarsch der Roten Armee nahmen die sowjetischen Soldaten teilweise grausame Rache an der deutschen Bevölkerung für die Kriegsverbrechen der Nazis im Osten
  • Vermisste: Nach dem Krieg wurden über 1,5 Millionen Menschen für vermisst erklärt. Die meisten von ihnen starben und hinterließen Kriegswitwen und -waisen
  • Displaced People: Während des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland verschleppte oder geflüchtete ausländische Person, die sich bei Kriegsende im damaligen deutschen Reichsgebiet aufhielt
Auf dieser Karte sieht man die Flüchtlingsströme, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. So flüchteten entweder hunderttausende aus Angst vor der Rache durch die Rote Armee oder nach dem Krieg durch die verschobenen Grenzen aus ehemals deutschen Gebieten.

Ankunft in Deutschland

Auf der Flucht aus Osteuropa sind viele Menschen zu Fuß unterwegs oder fahren auf einem Pferdekarren mit. Dabei sind sie nicht nur dem extrem kalten Winter ausgesetzt, sondern auch vielen Krankheiten.

  • Krankheiten: Tuberkulose und Typhus
  • Bevölkerungszuwachs:
    • Britische BZ: +18 %
    • Amerikanische BZ: +23 %
    • Sowjetische BZ: +16 %
    • Frankreich nahm nur wenige Flüchtlinge auf (1 %)
  • Dabei wurden die Flüchtlinge jedoch oft als Fremde oder als unerwünscht empfunden.
    • Die Menschen haben selbst wenig zu essen, nicht genug Wohnraum und meistens keine Arbeit
    • Flüchtlinge müssen zwangsweise in der eigenen Wohnung aufgenommen werden
Auf diesem Bild sieht man wie Menschen auf der Flucht nach Deutschland zu Fuß sind. Sie haben nur das nötigste dabei. Vielleicht zwei Koffer, einen großen Rucksack. Mehr konnten die Menschen nicht mitnehmen.
Vertreibung aus Schlesien By Bundesarchiv, Bild 146-1985-021-09 / Unknown author / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5419356
Manche Menschen hatten Glück und wurden wie auf diesem Bild zu sehen ist, auf einem Pferde- oder Eselskarren mitgenommen.
Deutsche aus Ostpreußen auf der Flucht vor der Roten Armee By Bundesarchiv, B 285 Bild-S00-00326 / Unknown / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5338539

Integration in die Gesellschaft

Neben der Bewältigung der Flüchtlingswelle erwies sich auch die Integration der Vertriebenen als große Schwierigkeit.

  • So gründeten sich separat Flüchtlingsviertel und auch eigene Parteien (Gesamtdeutscher Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten)
  • Unterschiedliche Vorgehensweise in West und Ost:
    • In Westdeutschland gab es eine Reihe von Sozialgesetzen zugunsten der Aufnahme von Flüchtlingen
    • In der DDR werden Flüchtlingsorganisationen verboten als Strafe für den Nationalsozialismus
  • Letztlich schaffte es Deutschland jedoch die Integration zu bewältigen
Nachdem die Flüchtlinge in Deutschland ankamen, gab es die nächsten Probleme. Das Nachkriegsdeutschland war nämlich wirtschaftlich am Boden zertört: es gab zu wenig Lebensmittel, zu wenig Arbeit und tatsächlich auch zu wenig Wohnraum. So sieht man auf diesem Bild eine Gruppe von geflüchteten Kindern, nach ihrer Ankunft in Deutschland auf eine Unterkunft warten.
Ankunft dieser Kinder aus Polen in Westdeutschland By Bundesarchiv, Bild 183-2003-0703-500 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5348292

Sidefact

Bis 1956 wurden deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion als Arbeitskräfte sklavenähnlich festgehalten.

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