DDR-Aufstand 1953

Am 17. Juni 1953 kommt es in der DDR (vor allem Ost-Berlin) zu weitgehend friedlichen Protesten gegen die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Da die SED-Regierung mit der Situation überfordert ist, werden die Aufstände von der Roten Armee blutig niedergeschlagen.


Hintergrund

Die Ursachen des Volksaufstands haben ihren Hintergrund in der 2. Parteikonferenz der SED 1952. Hier verkündet Walter Ulbricht den "planmäßigen Ausbau des Sozialismus".

  • Damit wurde die Wirtschaft der DDR auf die Planwirtschaft umgestellt (heißt es wurde nur noch so viel produziert, wie zuvor eingeplant wurde) -> Durch falsche Berechnungen konnten so Engpässe in der Produktion entstehen
    • Eine Förderung der Schwerindustrie führte zur Unterversorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Alltagsgütern
    • Missernten und die Flucht vieler Bauern verstärkten die schlechte Versorgungslage -> zusätzlich Preiserhöhungen
    • Weil man den Strom falsch berechnet hatte, wurde in den privaten Haushalten der Strom abgestellt
  • Zusätzlich wurden die Arbeitsnormen erhöht (Arbeitsnormen= die für einen bestimmten Geldbetrag zu leistende Arbeit)
    • Heißt die Menschen mussten mehr arbeiten und haben nicht mehr Lohn bekommen

-> Aufgrund dieser krisenhaften Zustände nahm die Regierung einige Maßnahmen des "Aufbaus zum Sozialismus" zurück und verkündete einen "Neuen Kurs"

  • Nur die Erhöhung der Arbeitsnormen wurde nicht zurückgenommen
2. Parteikonferenz der SED 1952
2. Parteikonferenz der SED 1952 By Bundesarchiv, Bild 183-15410-038 / Heilig, Walter / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5421723

Protest und Aufstand

Am 16. Juni 1953 kam es deswegen auf einer Großbaustelle in Ost-Berlin zu Protesten gegen die Erhöhung der Arbeitsnormen.

  • Dem Protest schlossen sich immer mehr Leute an, wodurch er sich zu einer Großdemonstration entwickelte (10.000 Menschen)
  • Der Protest richtete sich nun aber auch gegen die Regierung und man forderte ihren Rücktritt und freie Wahlen.
  • Am nächsten Tag weiteten sich die Demonstrationen und Streiks auf 72 weitere Städte aus und wurde so ein Aufstand gegen die sozialistische Herrschaft der Regierung
  • Die Menschen besetzten öffentliche Einrichtungen, woraufhin die Regierung flüchten musste
  • Schließlich verhängten die sowjetischen Behörden den Ausnahmezustand und das Kriegsrecht wurde ausgerufen.
    • Die Sowjetunion schickte Panzer und Truppen und ging gewaltsam gegen die Aufständischen vor. So wurde der Aufstand blutig niedergeschlagen
Volksaufstand des 17. Juni 1953
Volksaufstand des 17. Juni 1953 By Bundesarchiv, B 285 Bild-14676 / Unknown author / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5338538

Folgen

  • Durch die blutige Niederschlagung des Aufstands starben über 50 Menschen, 20.000 wurden festgenommen und 29 Menschen zum Tode verurteilt
  • Das Zentralkomitee der SED erklärte den Volksaufstand schnell, dass es ein vom Westen organisierter "faschistischer Putsch" war
    • Daraufhin baute die SED-Regierungen das Überwachungssystem und das Ministerium für Staatssicherheit aus, um einen weiteren Aufstand in Zukunft zu verhindern
Niederschlagung des Volksaufstands durch die Rote Armee
Niederschlagung des Volksaufstands durch die Rote Armee By Bundesarchiv, B 145 Bild-F005191-0040 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5448844

Sidefact

Die BRD dagegen erklärte den 17. Juni als "Tag der deutschen Einheit" zum gesetzlichen Feiertag.

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