Synthetische Evolutionstheorie

Darwin, Lamarck und eventuell Linné kommen dir beim Thema Evolution vielleicht bekannt vor. Von der synthetischen Evolutionstheorie hast du aber noch nichts gehört?

Was ist die synthetische Evolutionstheorie? Was bedeutet synthetische Evolutionstheorie? Was bewirkt sie und was sind ihre Kernaussagen?

Kein Problem, simpleclub erklärt dir hier alles Wichtige zu diesem Thema.

Synthetische Evolutionstheorie einfach erklärt

Die synthetische Evolutionstheorie ist eine Erweiterung der Evolutionstheorie Darwins, durch moderne Erkenntnisse der Genetik, Ökologie und Paläontologie. Sie versucht zu erklären, wie die Artentstehung und der Artwandel innerhalb einer Population passiert. Also alle Individuen der gleichen Art im gleichen Lebensraum.

Um diese Entwicklungen untersuchen zu können, müssen verschiedene genetische Informationen der Population untersucht werden. Die Gesamtheit aller Merkmale einer Population wird Genpool genannt. Der Genpool enthält alle genetischen Informationen der dazugehörigen Individuen.

Die Veränderung dieses Genpools ist die Voraussetzung für die Entstehung neuer Arten.

Die synthetische Evolutionstheorie besagt, dass Evolution durch sechs Evolutionsfaktoren bestimmt wird. Das sind Selektion, Mutation, Gendrift, Migration, Isolation und Rekombination.

Hier wird gezeigt, dass die Evolutionsfaktoren Migration, Mutationen, Rekombinationen, Selektion, Gendrift und Isolation auf den Genpool einer Population wirken. In dieser Population gibt es Individuen mit unterschiedlichen Allelen.

Synthetische Evolutionstheorie Definition

Die synthetische Evolutionstheorie ist eine Erweiterung des Darwinismus und ist die aktuellste Erklärung für die Evolution. Sie wird ständig weiterentwickelt, weil es immer neue Lehren und Annahmen dazu gibt.


Synthetische Evolutionstheorie Kernaussagen

Verschiedene Allele treten in einer Population unterschiedlich häufig oder eben selten auf. Diese Allelhäufigkeit wird zum Beispiel durch Mutationen verändert.

Innerhalb der Population werden Nachkommen produziert, sie bilden also eine sogenannte Fortpflanzungsgemeinschaft. Dadurch führen Mutationen auch zu einer Änderung des Genpools. Das ist eine Voraussetzung für die Entstehung neuer Arten, also der Evolution.

Nicht nur Mutationen bewirken eine solche Änderung, sondern, wie gesagt, auch die Rekombination, die Isolation, die Migration und die Gendrift.

  • Bei der Rekombination wird zufällig die Allelkombination verändert

    • Unter anderem durch Crossing-Over oder eine zufällige Verteilung der Chromosomen während der Meiose
  • Eine Gendrift sorgt für eine willkürliche Veränderung der Allelhäufigkeit

    • Durch Naturkatastrophen (z.B. Erdbeben, Fluten oder Wirbelstürme)
    • Durch Abwanderung eines Teils der Population in einen anderen Lebensraum - Verkleinerung des Genpools
    • Durch Einwandwanderung andere Individuen der gleichen oder einer anderen Art in einen neuen Lebensraum-Migration führt zu einer Änderung des Genpools
  • Die Isolation spaltet einen Teil der Population von dem Rest der Population ab

    • Diese Trennung ist unüberwindbar (z.B durch Erdbeben oder Fluten)
    • Die Trennung kann dafür sorgen, dass zwei Arten entstehen, da sie sich an unterschiedliche Umgebungen anpassen müssen
  • Die Selektion beschreibt, dass nur gut angepasste Individuen überleben

    • Der Fachbegriff dafür lautet „survival of the fittest“ und wurde von dem Biologen Charles Darwin geprägt
    • Nicht zufällig
    • Individuen, die nicht gut angepasst sind, sterben aus und können sich nicht fortpflanzen
    • Verschiedene Selektionsfaktoren wie Temperatur, Wasser und auch Fressfeinde sind hier entscheidend

Synthetische Evolutionstheorie Kritik

Zwar ist diese Evolutionstheorie die aktuelle Ansicht der Experten und Expertinnen, aber es gibt natürlich auch Kritik.

Manche Menschen vertreten den Punktualismus. Sie behaupten, dass plötzlich und punktuell Evolutionsschübe stattfinden. Sie sehen die Evolution also nicht als Prozess kleinerer Änderungen an, sondern als plötzlichen Wandel.

In manchen Fällen kann Evolution allerdings wirklich sehr schnell gehen.

Populationsgenetik

Bei der Populationsgenetik geht es, wie der Name schon sagt, darum, wie Vererbung bei einer Population funktioniert.

Als Population bezeichnet man eine Gruppe von Lebewesen, die miteinander Nachkommen zeugen können und sich einen Lebensraum teilen.
So zum Beispiel die Darwin-Finken, die auf abgeschnittenen Inseln leben und ihre vorteilhaften Merkmale an ihren Nachwuchs weitergeben.

Hier kommt neben Charles Darwin auch Gregor Mendel ins Spiel. Den kennst du vermutlich bereits von den Mendelschen Regeln. Sie kommen auch bei der Populationsgenetik zur Anwendung.

Populationsgenteik besagt, dass wenn sich in einem Genpool die Allelhäufigkeiten abgewandelt werden, Evolution geschieht. So bilden sich neue Arten, denn das kann nur passieren, wenn sich der Genpool wandelt.


Synthetische Evolutionstheorie Beispiel

Synthetische Evolutionstheorie Giraffen

Giraffen sind ein gutes Beispiel für Evolution. Ihr langer Hals hat sich über viele Generationen entwickelt, weil sie sich an ihre Umwelt und die Lebensbedingungen dort angepasst haben.

Durch den langen Hals kommen sie an Blätter an hohen Bäumen heran, selbst wenn die unteren Blätter schon abgefressen sind. Giraffen, die dieses Merkmal haben, besitzen also einen Vorteil wenn es um Überleben geht und können dieses Merkmal an ihre Nachkommen vererben. So verbreitet sich der lange Hals von Generation zu Generation mehr, bis sich diese Giraffenart gegen weniger gut angepasste Arten durchsetzt. Letztere sterben meist aus.

Wenn jetzt eine Giraffenpopulation geografisch voneinander getrennt wird, zum Beispiel durch eine Naturkatastrophe, können sich neue Arten entwickeln, da sich die Tiere wiederum an ihren neuen Lebensraum anpassen.
So kann es sein, dass an einem bestimmten Ort Giraffen mit kürzeren Hälsen einen Vorteil besitzen, wenn die Bäume dort kleiner sind.

Synthetische Evolutionstheorie Schnecken

Schauen wir uns die synthetische Evolutionstheorie auch noch am Beispiel der Hainschnirkelschnecken an.

Sie passen sich optisch extrem gut an ihre Umwelt an und tarnen sich dadurch sehr erfolgreich.
Ihr Gehäuse kann einfarbig sein, bunt, gestreift oder anders gemustert.
Dieses unterschiedliche Aussehen ist durch Evolution entstanden, hauptsächlich durch Rekombination und Mutation.

Es wird vermutet, dass, unter anderem aufgrund des Klimawandels, mittlerweile mehr gelbe Schnecken existieren, weil sich dieses Gehäuse in der Sonne nicht so stark aufheizt.

Synthetische Evolutionstheorie Zusammenfassung

Die synthetische Evolutionstheorie ist die erweiterte moderne Form der Theorie von Charles Darwin.

Zufällige und nicht zufällige Faktoren werden hier für die biologische Vielfalt und die Evolution verantwortlich gemacht.
Durch veränderte Allelhäufigkeiten ändert sich auch der Genpool einer Population und es können neue Arten entstehen.

  • Rekombination: Gene werden auf verschiedene Wege und Arten neu kombiniert
  • Mutation: Genetische Information werden verändert

Durch Rekombination und Mutation entsteht Vielfalt und beide Mechanismen finden zufällig statt. Dadurch ändert sich nicht nur der Genotyp, sondern auch der Phänotyp eines Lebewesens oder sogar einer ganzen Art.

Genauso zufällig ist die Gendrift. Sie kann beispielsweise durch Naturkatastrophen wie Fluten oder Stürme ausgelöst werden.

Die weiteren Evolutionsfaktoren sind Selektion, Migration und Isolation.

  • Selektion: Survival of the fittest - Nur die angepassten Individuen überleben und können sich fortpflanzen
  • Migration: Individuen einer Population wandern in einen Lebensraum ein- oder aus
  • Isolation: Durch geografisch Trennung, zum Beispiel durch einen Fluss werden Individuen einer Population getrennt.
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