Pubertät

Die Pubertät ist einer der wichtigsten Vorgänge in der Entwicklung jedes Menschen.

Neben körperlichen Veränderungen ändern sich auch Strukturen im Gehirn. Diese Prozesse sind unglaublich wichtig, da sich dadurch die eigene Persönlichkeit und Identität individuell entwickelt.

Aber was genau passiert bei diesen Prozessen in unserem Körper? Und wieso sind diese Veränderungen völlig normal? Das schauen wir uns jetzt an.

simpleclub hilft dir dabei, dieses Thema zu verstehen!

Pubertät einfach erklärt

Die Pubertät ist ein Prozess, den jeder Mensch durchlaufen muss.

Dabei entwickelt sich der Körper vom Kind zum Erwachsenen. Diese Entwicklung wird durch verschiedene Botenstoffe, die Hormone, gesteuert. Dieser Prozess dauert mehrere Jahre und kann bei jedem Menschen zu einem anderen Zeitpunkt beginnen.

Diese Hormonausschüttung wird durch den Hypothalamus ausgelöst. Der Hypothalamus ist ein Teil des Zwischenhirns, der bestimmte Botenstoffe freisetzt. Dadurch wird bei Jugendlichen und auch Erwachsenen die Produktion von Sexualhormonen in den Eierstöcken oder Hoden angeregt.

Diese Sexualhormone sorgen dann dafür, dass der Körper sich verändert.

Die Sexualhormone werden beim biologischen Mann als Androgene bezeichnet, bei der biologischen Frau als Gestagene. Wie hoch die Konzentration der Sexualhormone im Blut ist, reguliert die Ausprägung des biologischen Geschlechts.

Pubertät Definition

Die Pubertät bezeichnet den hormongesteuerten Prozess des Erwachsenwerdens. Der Körper verändert sich und wird geschlechtsreif. Außerdem entwickelt sich die eigene Persönlichkeit und Identität.


Pubertät Allgemein

Der Begriff Pubertät ist lateinisch und bedeutet Geschlechtsreife. Das ist der Zeitpunkt, an dem man sich sexuell fortpflanzen kann. Genauer gesagt, der Zeitpunkt, an dem die biologische Frau schwanger werden kann und der biologische Mann geschlechtsreife Spermien hat.

Mit dieser Geschlechtsreife treten unterschiedliche körperliche und psychische Veränderungen ein. Die Pubertät beginnt bei jedem Menschen zu einem anderen Zeitpunkt. Beim biologischen Mädchen beginnt sie zwischen dem 8.- und 9. Lebensjahr, bei biologischen Jungen circa 2 Jahre später. Insgesamt dauert die Pubertät zwischen fünf und sechs Jahre.

Körperliche Veränderungen in der Pubertät

Körperliche Veränderungen sind meist am auffälligsten. Manchmal verändert sich der eigene Körper plötzlich so stark, dass man sich selbst gar nicht wiedererkennt. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass diese körperlichen Veränderungen völlig normal sind und man sie meist nicht beeinflussen kann.

Wie stark sich bestimmte Körperbereiche verändern, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Man unterscheidet dabei zwischen primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen.

Die primären Merkmale, wie z.B. Penis und Scheide, sind schon vor der Geburt vorhanden, während sich die sekundären Merkmale erst in der Pubertät entwickeln.

Diese Veränderungen sind z.B.:

  • Breite Schultern und Hüften
  • Körperbehaarung (Beinhaare, Achselhaare, Bart, Schambehaarung)
  • Pickel
  • Stimmbruch bei biologischen Jungen
  • Wachstum der primären Geschlechtsmerkmale (Vagina, Gebärmutter, Penis, Hoden
  • Brust wächst
  • Erste Monatsblutung bei biologischen Mädchen
  • Erster Samenerguss beim biologischen Jungen
In der Entwicklung kommt die Körperbehaarung hinzu und Penis, Schultern und Hüften wachsen.

Psychische Veränderungen in der Pubertät

Hormone bewirken nicht nur, dass bestimmte Körperbereiche wachsen, sondern sie wirken auch auf die eigene Stimmung und Gefühlslage.

Sie sorgen beispielsweise dafür, dass:

  • Gefühle verstärkt werden (z.B. Trauer, Wut, Glück, Unsicherheit)
  • Du oft müde bist, weil dein Körper sich verändert
  • Du vermehrt sexuelle Erregung empfindest
  • Du dich kognitiv weiterentwickelst und reifer wirst
  • Du herausfindest, welche sexuelle Orientierung dich anzieht
  • Du dich und dein Umfeld eventuell anders wahrnimmst
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Diese Veränderungen können einen manchmal ganz schön überrumpeln. Dabei solltest du eine Sache nicht vergessen:

Jeder Mensch auf der Welt durchlebte die Pubertät. Das heißt wir alle haben etwas gemeinsam.

Wie sehr sich eine Person verändert, ist von Mensch zu Mensch völlig unterschiedlich. Es gibt also kein richtig oder falsch.

Hormonelle Prozesse in der Pubertät

Alle Veränderungen werden durch Hormone ausgelöst.

Damit diese Hormone überhaupt ausgeschüttet werden, muss das Gehirn erst ein Startsignal senden.

Das passiert im Hypothalamus, einem Bereich des Zwischenhirns. Hier werden sogenannte Gonadotropin-Releasing-Hormone freigesetzt. Diese Hormone sorgen wiederum dafür, dass Wachstumshormone aus der Hypophyse freigesetzt werden. Die Wachstumshormone sind LH und FSH. Sie wandern über das Blut zu den Eierstöcken oder Hoden.

Die Wachstumshormone sorgen dann in den Geschlechtsorganen für die Produktion von Sexualhormonen. Außerdem wirken sie auf den Körper und regen z.B. das Muskelwachstum an. Dem Gehirn geben sie Feedback, die Produktion an GnRH runterzufahren.

  • Bei der biologischen Frau Gestagene (z.B. Östrogen)
  • Bei dem biologischen Mann Androgene (z.B. Testosteron)

Wenn die Konzentration an Sexualhormonen im Blut erhöht ist, entwickeln sich die sekundären Geschlechtsmerkmale.

Das Gehirn sendet GnRH an die Hypophyse. Sie setzt LH und FSH frei, die dann auf die Geschlechtsorgane wirken.Dadurch werden dann Sexualhormone produziert, die auf den Körper wirken und dem Gehirn vermitten, weniger Hormone zu produzieren.

Ist das peinlich?

Durch die hohe Konzentration an Hormonen, spielt unser Körper manchmal verrückt. Einige Dinge können wir dabei nicht steuern. Manche Veränderungen und Entwicklungen können wir nicht kontrollieren und deshalb sind sie uns manchmal peinlich.

Fakt ist: Niemand ist allein mit diesen Veränderungen und anderen Menschen geht es genauso!

Deshalb sollte man sich nicht schämen.

Zum Beispiel kann es bei biologischen Jungen zu spontanen Erektionen kommen, auch ohne sexuell erregt zu werden. Das liegt daran, dass die Hormonproduktion im Körper so hoch ist, dass sich der Körper quasi verselbstständigt.

Genauso kann ein spontaner Orgasmus auftreten. Dabei kommt es ohne aktives Zutun zum Samenerguss. Dieser Vorgang wird Pollution genannt.

Bei biologischen Mädchen löst die hohe Konzentration von Östrogenen die erste Blutung aus. Auch dieser Prozess kann nicht kontrolliert werden. Die erste Blutung kann daher auch zu sehr ungünstigen Zeitpunkten auftreten, (z.B. in der Schule oder beim Sport). Auch nach dem ersten Zyklus sind die Blutungen meist sehr unregelmäßig und können weiterhin sehr spontan auftreten.

Auch hier ist es sehr wichtig, Verständnis für die betroffene Person zu zeigen. Denn genau wie bei einer spontanen Erektion ist der Körper hier durch Hormone fremdgesteuert.

Pubertät Zusammenfassung

Die Pubertät ist der hormongesteuerte Prozess des Erwachsenwerdens.

Der Hypothalamus sendet Gonadotropin-Releasing-Hormone aus. Diese sorgen dafür, dass LH und FSH über das Blut in die Hoden, bzw. Eierstöcke wandern. Dort sorgen sie dafür, dass Sexualhormone freigesetzt werden.

Die Sexualhormone sorgen dafür, dass sich die sekundären Geschlechtsmerkmale entwickeln. Der Körper wächst und wird geschlechtsreif. Biologische Mädchen haben die erste Menstruation und die Spermienproduktion der biologischen Jungen wird angeregt.

Außerdem wirken die Hormone auf die eigene Stimmung und Persönlichkeitsentwicklung. Die eigene Gefühlslage wird verstärkt und man muss lernen, mit den Veränderungen des Körpers umzugehen.

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