Sexuelle Orientierung und Identität

Die eigene sexuelle Orientierung und Identität zu verstehen, ist einer der wichtigsten Prozesse der Persönlichkeitsentwicklung. Außerdem ist es unumgänglich, um dich und deine Mitmenschen zu verstehen.

So vielfältig, wie unsere Gesellschaft, sind auch die sexuellen Vorlieben und Einstellungen.

Aber was genau ist eigentlich damit gemeint? Was ist die eigene sexuelle Identität und welche Orientierungen gibt es überhaupt? Diesen Fragen gehen wir gemeinsam auf den Grund.

simpleclub hilft dir dabei, dieses Thema zu verstehen.

Sexuelle Orientierung & Identität einfach erklärt

Die Begriffe sexuelle Orientierung und sexuelle Identität werden oftmals synonym benutzt. Eigentlich geht es aber um viel mehr.

Die sexuelle Identität beschreibt die eigene Wahrnehmung von dir selbst und deinem Geschlecht. Darunter fällt z. B., welche Eigenschaften dich persönlich ausmachen und welche Wertvorstellungen und Erwartungen du an sich selbst hast. Der Begriff sexuelle Identität ist dabei oftmals losgelöst von sexuellen Beziehungen zu anderen und bezieht sich nur auf das eigene Selbstverständnis. Das bedeutet, wie du dich selbst siehst und wahrnimmst. Die sexuelle Identität ist daher immer etwas ganz Persönliches und Individuelles, was dich auszeichnet.

Die sexuelle Orientierung bezieht andere Personen mit ein. Hier geht es darum, was dich sexuell anzieht. Dabei geht es vor allem darum, zu welchem Geschlecht du dich hingezogen fühlst. Dennoch spielen hier noch viele andere Faktoren eine Rolle. Zu den sexuellen Orientierungen zählen die Heterosexualität, Homosexualität, Bisexualität, aber auch die Pansexualität und Asexualität.

Sexuelle Orientierung & Identität Definition

Der Begriff „Sexuelle Identität" beschreibt, wie du dich als eigenständige Person wahrnimmst. Dabei geht es besonders um die eigene Geschlechtsidentität. Die sexuelle Orientierung baut darauf auf. Darunter verstehst du, zu welchen Personen und Geschlechtern du dich hingezogen fühlst.

Zu den sexuellen Orientierungen zählen die Heterosexualität, Homosexualität, Bisexualität, Pansexualität und Asexualität.


Sexuelle Orientierungen

Zu welchen Geschlechtern und Personen man sich hingezogen fühlt, ist bei jedem Menschen anders.

Die Sexualität ist vielfältig und gerade wenn es um dein eigenes Liebesleben geht, sind deine ganz individuellen Empfindungen und Wünsche ausschlaggebend.

Dabei gibt es kein richtig oder falsch! Zu den sexuellen Grundorientierungen gehören die Heterosexualität, Homosexualität, Bisexualität, Pansexualität und Asexualität.

  • Heterosexuell

    • Hetero (griechisch) für entgegengesetzt/anders
    • Menschen, die sich nur zum anderen Geschlecht hingezogen fühlen
  • Homosexuell

    • Homo (griechisch) für gleich
    • Menschen, die sich nur zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen
    • Schwule (Mann & Mann), Lesben (Frau und Frau)
  • Bisexuell

    • Bi (griechisch) für zwei
    • Sexuelles Interesse an beiden Geschlechtern
    • Meist gibt es eine Vorliebe für ein Geschlecht

Pansexuell

  • Pan (griechisch) für gesamt/umfassend

  • Das Geschlecht oder die Geschlechtsidentität der anderen Personen spielt für das eigene sexuelle Empfinden keine Rolle

  • Im Gegensatz zur Bisexualität umfasst das etwa auch Menschen, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen (z. B. Non-Binäre oder transgender Personen)

  • Asexuell

    • Asexuelle Menschen haben kein Interesse an Sex, egal mit welchem Geschlecht

Achtung: Das sind nur die gängigsten Begriffe. Die sexuelle Orientierung ist so vielfältig, wie jeder Mensch selbst. Und deshalb gibt es auch Menschen, die sich gar nicht einordnen möchten oder können. Auch das ist völlig in Ordnung!

Sexuelle Identität

Bei der Geschlechtsidentität, bzw. der sexuellen Identität, geht es um die Frage, ob sich ein Mensch selbst mit dem ihm zugewiesenen Geschlecht identifiziert oder nicht. Diese Frage kann nicht immer ganz so einfach beantwortet werden. Es gibt viele Menschen, die in einen inneren Konflikt geraten, wenn die eigene Geschlechtsidentität nicht zu der sexuellen Identität passt.

Dabei solltest du folgende Begriffe kennen:

  • Nicht-binäre Personen
    • Menschen, die sich keinem Geschlecht zugeordnet fühlen
  • Transgeschlechtliche Personen
    • Menschen, die sich nicht oder nicht nur mit dem angeborenen Geschlecht identifizieren
  • Intergeschlechtliche Personen
    • Menschen, die sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale haben
    • Angeborenen Variationen der körperlichen Geschlechtsmerkmale (z. B. Geschlechtsorgane, Hormonproduktion, Figur, Haarverteilung oder Muskelmasse)
  • Cis Personen
    • Menschen, dessen sexuelle Identität mit dem biologischen Geschlecht (Geschlecht bei der Geburt) übereinstimmt
  • Queer
    • Sammelbegriff für alle Personen, die nicht der heterosexuellen Geschlechternorm entsprechen

Der Begriff queer wird ebenso verwendet, wenn die sexuelle Orientierung nicht der zweigeschlechtlichen, cis-geschlechtlichen oder heterosexuellen Norm entspricht.

Queer ist also wie ein Sammelbegriff, für beide Bereiche (sexuelle Orientierung und sexuelle Identität)

LGBTQIA+

Die Buchstaben stehen für die englischen Begriffe Lesbian (lesbisch), Gay (schwul), Bisexual (bisexuell), Transgender (trans), Queer (queer) und Intersexual (intersexuell) und Asexuell.

Es ist also eine Abkürzung für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, queere, intersexuelle und asexuelle Menschen. Natürlich gibt es noch mehr Sexualitäten. Und dafür steht das Plus. So werden auch Menschen miteingebunden, die eine andere sexuelle Orientierung haben.

Ganz wichtig ist, dass queere Menschen genauso ein Recht haben, sich sexuell zu entfalten, wie heterosexuelle Menschen.

Ein Mensch sollte nicht anhand seiner sexuellen Interessen oder seines Geschlechtes beurteilt werden. Die Sexualität der Menschen ist bunt und vielfältig.

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Wieso gibt es verschiedene sexuelle Identitäten?

Liebe ist nicht gleich Liebe und Geschlecht nicht gleich Geschlecht. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, in wen ich mich verlieben kann und wie ich mich fühle.

Was jemand zu bestimmten Dingen empfindet, kann sich im Laufe der Zeit immer wieder ändern. Dabei gibt es Dinge, die du vielleicht besonders gern hast und andere Dinge, mit denen du dich nicht identifizieren kannst.

Manchmal ist es allerdings sehr schwierig, festzulegen, was man mag und womit man sich identifiziert. Dabei kann ein innerer Konflikt entstehen.

Was eine Person ausmacht, ist Vielfältigkeit und Einzigartigkeit. Manchmal passen die Geschlechtsidentität, die Sexualität und die sexuelle Orientierung einer Person nicht wirklich zusammen.

Wichtig ist zu verstehen wie sich die sexuelle Identität zusammensetzt.

Auf dem Bild ist ein Lebenkuchenmann darstellt. In dem Lebkuchen gibt es verschiedene Bestandteile die auf ihn einwirken. Das sind einmal das Gehirn, das Herz, das Geschlecht und das Aussehen.
Gender-Bread-Modell
  • Geschlechtsidentität (Eigenwahrnehmung)

    • Das Geschlecht, mit dem sich der Mensch identifiziert
    • Muss nicht zwangsläufig das angeborene Geschlecht, bzw. biologische Geschlecht, sein (z.B. bei Transgender)
  • Geschlechtsausdruck (Fremdwahrnhemung)

    • Das Erscheinungsbild, wie der Mensch nach außen wirkt
    • Lippenstift und Rock wären Beispiele dafür, dass sich der Mensch eher als Frau fühlt
  • Körperlichkeit (Anatomie)

  • Die Geschlechtsmerkmale des eigenen Körpers

  • Z. B. sekundäre Merkmale wie Brüste, Muskulatur, Statur und primäre Merkmale wie Geschlechtsorgane

Anziehung

  • Sexuelle Orientierung

    • Zu welchen Menschen sich die Person sexuell hingezogen fühlt
  • Romantische Orientierung

    • Mit welchem Menschen sich die Person eine Beziehung vorstellen kann
    • Teilweise losgelöst von sexuellen Empfindungen (z. B. bei Asexualität)

All diese Bestandteile beschreiben zusammen, was eine Person ausmacht. Begegne anderen Menschen deshalb mit Offenheit und Toleranz, nimm Abstand von Vorurteilen und versuche, andere Meinungen und Weltanschauungen zu akzeptieren.


Antidiskriminierung

Die Themen Sexualität und sexuelle Orientierung sind sehr sensibel. Nicht alle Menschen können sich einer Orientierung zugehörig fühlen und das ist vollkommen okay. Manchmal ist man sich über seine sexuelle Orientierung nicht ganz klar oder man will sie nicht definieren. Auch das ist völlig in Ordnung und kein Muss!

Leider haben viele Menschen wenig Toleranz für Weltanschauungen, die der eigenen widersprechen.

Grundsätzlich gilt aber Folgendes: Jeder Mensch sollte so sein können, wie er oder sie es für richtig hält!

Toleranz und Akzeptanz sind wichtig, damit das Zusammenleben in der Welt bunt bleibt.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität.

2017 hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für homosexuelle Personen verabschiedet. Das bedeutet, dass gleichgeschlechtliche Paare seit dem 1. Oktober 2017 heiraten dürfen.

Das Transsexuellenrecht (TSG) ermöglicht Personen, die sich nicht ihrem biologischen Geschlecht, sondern dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen, ihren Vornamen zu ändern und nach ihren Vorstelllungen zu leben. 1987 verpflichtete das Bundessozialgericht die Krankenkassen ein Teil der Kosten für eine Geschlechtsangleichung zu übernehmen.

Sexuelle Identität & Orientierung Zusammenfassung

Die Begriffe sexuelle Identität und Orientierung beschreiben, welchem Geschlecht sich eine Person zugehörig oder nicht zugehörig fühlt und welche Sexualität anziehend ist.

Dabei kann in verschiedene Orientierungen unterteilt werden. Die LGBTQIA+ ist eine Abkürzung für lesbische, schwule, bisexuelle, transsexuelle, queere, intersexuelle und asexuelle Menschen.

Die sexuelle Identität setzt sich aus verschiedenen Bereichen zusammen.

Die Geschlechtsidentität ist sozusagen dein gefühltes Geschlecht. Der Geschlechtsausdruck beschreibt wie du nach außen wirkst und welches Geschlecht dir andere zuschreiben würden. Die körperlichen Merkmale beziehen sich auf dein biologisches Geschlecht und sind daher angeboren. Die sexuelle und romantische Orientierung erklären mit welchem Menschen du eine sexuelle Beziehung eingehen willst und mit wem du eine Liebesbeziehung eingehen willst.

All diese Faktoren spielen bei der Bildung der eigenen Identität eine große Rolle!

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