Embryonale Stammzellen

Embryonale Stammzellen sind Reservezellen, die fähig sind in alle Zelltypen zu differenzieren, einschließlich weiterer embryonaler Stammzellen.


Was sind embryonale Stammzellen?

Während der Entwicklung wird jede Zelle irgendwann zu einem bestimmten Gewebetyp, d.h. sie differenziert sich.

Das Zellschicksal wird im Verlauf der Embryonalentwickung festgelegt.

  • Im Frühstadium des Embryos: Stammzellen sind pluripotent - Können sich in alle Zelltypen zu differenzieren, einschließlich weiterer embryonaler Zellen

  • Die befruchtete Eizelle ist im Gegensatz totipotent - Nur sie kann sich eigenständig zu einem intakten Organismus entwickeln

Anwendung

Da embryonale Stammzellen sich in alle Gewebetypen differenzieren können, sind sie für die Gentechnik und die Medizin von großer Bedeutung:

  • Therapeutischen Klonen (Dolly das Klonschaf)
  • Züchtung von Geweben und anderen Zelltypen
  • Forschung
  • Präimplantationsdiagnostik

Gewinnung

Der frühe Embryo (Blastozyste) entwickelt sich nach fünf Tagen aus der befruchteten Eizelle. Er besteht aus zwei Zelltypen:

  • Außen die Trophoblasten - Entwickeln sich später zur Plazenta
  • Innen die Embryoblasten - Entwickeln sich später zum Embryo

Zur Gewinnung von embryonalen Stammzellen (ES-Zellen) muss die Blastozyste zerstört werden. Die ES-Zellen können dann im Labor kultiviert werden, um eine Stammzelllinie zu züchten.

Herausforderungen

Die Erkenntnisse über ES-Zellen haben in der Forschung und der Medizin viele neue Möglichkeiten eröffnet. Dennoch ist das Thema ethisch stark umstritten.

Um die ES gewinnen zu können muss die Blastozyste zerstört werden. Die Frage ist:

Ab wann ist der Embryo als menschliches Wesen schützenswert?

Stammzellgesetz

In Deutschland herrscht folgendes Stammzellgesetzt:

Das am 1. Juli 2002 in Kraft getretene Gesetz erlaubt die Einfuhr und die Verwendung humaner ES zu genehmigungspflichtigen Forschungszwecken. Die gestellten und die bisher genehmigten Anträge auf Genehmigung der Einfuhr und Verwendung solcher Stammzellen zeigen, dass die durch das Stammzellgesetz eröffneten Möglichkeiten der Forschung mit humanen embryonalen Stammzellen in Deutschland wahrgenommen werden.

ES-Zellen dürfen also in Deutschland also nicht selbst produziert werden. Die Einfuhr von ES-Zellen ist aber in einigen Fällen erlaubt. Die Voraussetzungen werden von der Ethikkommision geprüft:

  • Forschungsziele, d.h. wie hoch ist der Erkenntnisgewinn
  • Erfolgte Vorklärung im Forschungsvorhaben
  • Erreichbarkeit des angestrebten Ziels

Embryonale Stammzelltherapie

Der erste Mensch, der eine Therapie mit embryonalen Stammzellen erhielt, lag in einer Spezialklinik im US-amerikanischen Atlanta.

Für die Behandlung bekam er die Zellen in sein Rückenmark transplantiert, um seine Querschnittslähmung zu behandeln.

Die Ergebnisse wurden vier Jahre später veröffentlicht. Glücklicherweise bestand kein erhöhtes Krebsrisiko und die Zellen wurden nicht abgestoßen.

Kurz darauf gab eine Studie mit Blinden ebenfalls Entwarnung: Insgesamt 18 Personen hatten eine ES-Therapie erhalten und bei keinem einzigen traten Probleme auf.

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