Chancen und Risiken der Stammzellforschung

Dieses Gebiet beschäftigt sich mit der Frage, ab wann ein Leben schützenswert ist und welche Vorteile und Herausforderungen im Zuge der Stammzellforschung entstehen.


Allgemein

Stammzellen geben Hoffnung schwerwiegende Krankheiten zu heilen, die mit konventionellen Therapien kaum zu behandeln sind.

Dafür sind embryonale Stammzellen notwendig. Für die Gewinnung und Vervielfältigung dieser Zellen, muss der Embryo zerstört werden.

Für viele ist das gleichbedeutend mit der Vernichtung menschlichen Lebens.

Daraus ergibt sich die stark diskutierte Frage:

Ab welchem Zeitpunkt ist ein Leben schützenswert?

Chancen

Um Krankheiten heilen zu können, benötigt man große Menge von Stammzellen.

  • Anders als adulte Zellen können embryonale Stammzellen fast unbegrenzt vermehrt werden.
  • Aus embryonalen Stammzellen kann theoretisch jedes Organ und Gewebe entstehen
  • Im Erbgut einer Zelle sammeln sich im Laufe der Zeit Mutationen an, die langfristig Krebs verursachen können. Dies ist auch bei Stammzellen so, daher gilt: Je jünger, desto besser. - Embryonale Stammzellen können dem entgegenwirken
  • Die Therapie mit adulten Stammzellen ist erprobt und das Abstoßungsrisiko gering (Knochenmarktransplantation)
  • Die Untersuchung embryonalen Stammzellen bringt wichtige, molekulare Erkenntnisse für Forschung und Medizin
  • Personalisierte Therapien und Behandlungen

Schwierigkeiten

Das Embryonenschutzgestz verbietet in Deutschland die Gewinnung von embryonalen Stammzellen. Das hat unter anderem mit Grundgesetz zu tun, was besagt:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Allerdings gehen die Meinungen teilweise stark auseinander, ab welchem Zellstadium man von einem Lebewesen spricht.

Nach konventioneller Sicht beginnt das Leben mit der Befruchtung, also der Verschmelzung von Eizelle und Spermium und ist demnach ab diesem Zeitpunkt schützenswert.

Daneben gibt es noch einige Unklarheiten in der Therapie:

  • Embryonale Zellen können vom Körper abgestoßen werden
  • Adulte Stammzellen sind tief in den Körper eingebettet und demnach schwer zu gewinnen
  • In adulten Stammzellen können sich Erbschäden anreichern - Junge Zellen sind funktionstüchtiger als alte
  • Die Gewinnung von embryonalen Stammzellen verhindert die Entstehung eines Lebens

Wusstest du schon?

In einigen Länder ist die Gewinnung und Therapie mit Stammzellen fast unbegrenzt erlaubt. Beispielsweise:

  • Großbritannien: Bereits seit 2001 ist das Klonen eines menschlichen Embryos zu Forschungszwecken erlaubt, um Stammzellen zu gewinnen. Die Regierung will jetzt sogar erweiterte gesetzliche Regeln durchsetzen, die die Züchtung von Embryonen aus menschlichem und tierischem Material erlauben.
  • Spanien: Seit dem 4. Juli 2007 ist die Forschung an embryonalen Stammzellen erlaubt. Es dürfen allerdings nur überzählige Embryonen von einer künstlichen Befruchtung verwendet werden.
  • Belgien: Seit 2003 ist die Arbeit an Embryonen innerhalb von 14 Tagen nach der Befruchtung erlaubt. Bedingung ist, dass mit der Forschung therapeutische Ziele verfolgt und medizinische Erkenntnisse gewonnen werden sollen.
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