Rudimente

Hast du schon einmal vom Blinddarm gehört? Vielleicht wurde der bei dir sogar schon einmal operiert, weil er entzündet war. Aber weißt du auch ob er überhaupt eine Funktion hat und was diese ist?

Der Blinddarm gehört zu den Rudimenten. Was das genau ist und weshalb sie vorkommen, zeigen wir dir jetzt.

simpleclub hilft dir dabei, das Thema Rudimente zu verstehen!

Rudimente einfach erklärt

Rudimentäre Merkmale sind mit der Entwicklung ganz oder teilweise funktionslos geworden, weshalb sie oft auch zurückgebildet werden. Es sind einfach gesagt also Merkmal, die noch vorhanden sind, aber keine Funktion mehr erfüllen. Bei einer nur teilweisen Funktionslosigkeit spricht man auch von einem Funktionswechsel.

Auch Verhaltensweisen können als Rudiment gelten. Zwei konkrete Beispiele für Rudimente sind zum Beispiel der Wurmfortsatz des Blinddarms und der Greifreflex. Ein weiteres Beispiel sind die Weisheitszähne.

Rudimente können bei allen Organismen auftreten. Sie sind Evolutionsbelege.

Definition Rudimente

Rudimente sind Merkmale, die mit der Evolution funktionlos geworden und oft verkümmert sind.


Rudimente Allgemein

Rudimente sind Merkmale, die im Laufe der Entwicklung funktionslos geworden sind. Sie können bei allen Organismen vorkommen. Bestimmte Verhaltensweisen können auch als Rudiment gelten. Es ist sogar möglich, dass Rudimente gesundheitliche Beschwerden verursachen. Beispiele hierfür sind der Wurmfortsatz des Blinddarms, der sich entzünden kann und die Weisheitszähne, die sich ebenfalls entzünden können und Verschiebungen verursachen können. Rudimente sind grundsätzlich funktionslos. Als Rudimentation bezeichnet man die Rückbildung des Merkmals und seiner Funktion. Das zurückgebildete Merkmal kann ein Organ, eine Organstruktur, ein Organteil oder ein bestimmtes Verhalten sein.

Ursachen für Rudimente

Es gibt verschiedene Ursachen für Rudimente. Heute weiß man:

  • Die Rudimentation ist eine Folge einer veränderten Lebensweise
  • Man könnte sagen, dass der Selektionsdruck für dieses Merkmal sinkt
  • Das kann zu Rudimentationen innerhalb einer ganzen Population führen

Atavismen und Rudimente

Es ist wichtig zwischen Atavismen und Rudimenten zu unterscheiden.

Rudimente treten bei vielen oder allen Individuen einer Art auf.

Atavismen dagegen treten nur vereinzelt bei Individuuen einer Art auf. Atavismen sind Merkmale, die wieder auftreten, im Laufe der Evolution aber eigentlich schon zurückgebildet waren. Wie zum Beispiel die fellartige Körperbehaarung beim Menschen.

Beispiele für Rudimente

Beim Menschen gibt es verschiedene Rudimente, die auftreten können. Dazu gehören die Ohrmuskeln, die Weisheitszähne, die übermäßige Behaarung, der Wurmfortsatz des Blinddarms und das Steißbein. Außerdem ist der Greifreflex beim Menschen ein rudimentäres Verhalten.

Der Blinddarm

Der Blinddarm übernahm ursprünglich die Funktion pflanzliche Nahrung zu verdauen. Mit der Zeit stiegen die Menschen auf andere Nahrung um und der Blinddarm war immer weniger an der Verdauung beteiligt. Der Selektionsdruck für die Pflanzenverdauung hat also abgenommen. Heute übernimmt er nur noch Immunfunktionen über den Wurmfortsatz. Hier fand also ein Funktionswechsel statt. Heute ist er somit ein Teil des Immunsystems. Der Blinddarm kann zu gesundheitlichen Problemen führen, wenn er sich entzündet. In diesem Fall muss eine Operation stattfinden und er wird entfernt.

Die Weisheitszähne

Die Weisheitszähne gelten ebenso als Rudiment. Sie sind somit also auch ein Überbleibsel der Evolution. Die Ernährung des Menschen war früher anders. Somit wurden die Weisheitszähne zur Zerkleinerung der Nahrung gebraucht. Dadurch waren die Weisheitszähne bei unseren Vorfahren also noch hilfreich. Heute verursachen sie oft Beschwerden, indem sie sich Entzünden oder die Zähne verschieben. Sie müssen oft entfernt werden.

Übersicht
Ohrmuskeln
Weisheitszähne
Fell
Wurmfortsatz
Steißbein

Der Greifreflex

Ein klassisches rudimentäres Verhalten ist der Klammer- oder Greifreflex. Der Klammerreflex wird bei in Bäumen lebenden Säugern wie Koalas oder Primaten beobachtet. Dieser Reflex kann aber auch bei Kindern bis zum 6. Monat beobachtet werden. Dieser verschwindet aber wieder. Affenbabies können sich damit im Fell der Mutter festkrallen, wenn sie sich schnell bewegt oder von Ast zu Ast hangelt. Bei Menschen ist dieser Greifreflex jedoch nicht von Nutzen, da der Körper der Mutter kein Fell hat, und sich das Baby nicht festhalten kann.

Die Grafik zeigt, dass ein Primatenbaby, das sich am Rücken ihrer Mutter festklammert.

Rückbildung des Flügelskeletts

Bei den Vögeln die flugunfähig sind hat sich das Flügelskelett unterschiedlich zurückgebildet. Hier sieht man also auch die Rückbildung eines funktionfähigen Organs. Durch eine veränderte Lebensweise wurde es nicht mehr beansprucht.

Übersicht
Fingerknochen
Mittelhandknochen

Zusammenfassung Rudimente

Rudimente sind Merkmale die funktionslos geworden sind. Sie haben im Laufe der Evolution ihre ursprüngliche Funktion verloren. Der Begriff Rudimentation beschreibt die Rückbildung des Merkmals und seiner Funktion.

Beispiele für Rudimente sind der Wurmfortsatz des Blinddarms, die Weisheitszähne und der Greifreflex. Der Greifreflex ist ein rudimentäres Verhalten.

Rudimente kommen bei vielen Individuen einer Art vor. Atavismen dagegen treten nur vereinzelt bei Individuen auf.

Zu den Ursachen für Rudimente gehören eine veränderte Lebensweise. Der Selektionsdruck für ein Merkmal sinkt somit und es kann zu einer Rudimentation bei einer ganzen Population kommen.

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