Atavismen

Wenn du dich in der Schule gerade mit dem Thema Evolution beschäftigst, wird dir im Unterricht auch garantiert das Thema Atavismen begegnen.

Aber was sind eigentlich Atavismen und warum treten sie bei manchen Menschen auf? Diese Dinge solltest du auf jeden Fall wissen, wenn ein Test oder eine Klausur zum Thema Evolution ansteht!

simpleclub erklärt dir, was du zu den Atavismen wissen solltest.

Atavismen einfach erklärt

Atavismen sind in der Regel wieder auftretende, meist anatomische Merkmale, die bei näheren Vorfahren eigentlich verloren gingen. Sie sind eher selten und treten nur vereinzelt auf.

Sie werden deshalb auch veraltet als Rückschlag bezeichnet. In einem weiteren Sinn kann dieses Phänomen auch Verhalten betreffen. Beispele für Atavismen die auftreten können sind ein z.B. schwanzartig verlängertes Steißbein beim Menschen, zusätzliche Brustwarzen oder eine starke Behaarung. Beim Pferd, kann zum Beispiel ein überzähliger Huf vorkommen. Es gibt neben den anatomischen Atavismen auch Verhaltensatavismen. Das heißt ein bestimmtes bereits abgelegtes Verhalten, tritt wieder auf. Neben den Menschen und Tieren, können Atavismen auch bei Pflanzen, Bakterien, Pilzen und Einzellern auftreten. Zu den Atavismen bei den Pflanzen gehört die grüne Farbe des Löwenmäulchens.

Atavismen sind Evolutionsbelege.

Atavismen Definition

Atavismen sind Merkmale oder Verhaltensweisen, die wieder auftreten. Bei vorhergehenden Generationen fehlen sie.


Atavismus Allgemein

Atavismen sind Merkmale, die vereinzelt wieder auftreten und bei vorigen Generationen nicht mehr vorhanden waren. Es sind Merkmale, die eigentlich im Laufe der Evolution zurückgegangen sind, da sie keinen Nutzen mehr erfüllten. Es handelt sich hierbei um einen Evolutionsbeweis. Bei Atavismen sind die betroffenen Merkmale nur phänotypisch, also äußerlich verschwunden. Genotypisch, also in den Genen, sind die Merkmale noch vorhanden.

Ursachen für Atavismen

Es gibt verschiedene Ursachen, die zu diesen Atavismen führen können. Zu den Ursachen gehören folgende:

  • Bei Atavismen sind die betroffenen Merkmale nur phänotypisch, also äußerlich verschwunden
  • Die Anlage für dieses Merkmal ist genotypisch, also in der DNA gespeichert noch erhalten geblieben
  • Die Gene wurden über die Entwickung also nur blockiert
Der Mensch ist wie ein Grundbauplan dargestellt.
Die genetische Information ist noch im Grundbauplan erhalten.
  • Atavismen entstehen durch Mutationen und durch Hybridzucht
  • Entwicklungsstörungen wie Störungen bei der Embryonalentwicklung
  • Spontane Änderungen im genetischen Material (Rückmutation)
  • Probleme bei der Genregulation. Gene die bereits inaktiviert wurden, werden wieder aktiviert

Auftreten von Atavismen

Atavismen können bei den Menschen aber auch in der Tierwelt und der Pflanzenwelt auftreten.

Beim Menschen gehören dazu überzählige Brustwarzen, extrem starke Körperbehaarung, extra Halsrippen sowie ein verlängertes schwanzartiges Steißbein.

Bei den Tieren gehören zu den Atavismen eine überzählige Hufe beim Pferd, oder das plötzliche Auftreten von Flügeln bei flügellosen Insekten.

Bei Pflanzen sind mögliche Atavismen die grünen Blütenblätter bei der Pfingstrose. Ihre normale Farbe ist Zartgelb, Weiß, Rosa oder Dunkelrot. Ein weiterer Atavismus in der Pflanzenwelt ist der radiärsymmetrische Blütenbau bei Pflanzen die normalerweise einen bilateralsymmetrischen Blütenbau haben. Dieser Atavismus kann zum Beispiel beim Leinkraut auftreten. Kakteen können ebenfalls Atavismen aufweisen. Hier findet man Blätter anstelle von Dornen.

Atavismen können auch bei Bakterien, Pilzen und Einzellern auftreten. Es ist hier jedoch schwer sie eindeutig zu identifizieren. Man kann sie nämlich schwer von Neubildungen unterscheiden.

Beispiele für Atavismen

Die dritte Brustwarze

Manche Menschen besitzen eine zusätzliche Brustwarze. Diese sieht nicht immer aus, wie die anderen. Grund dafür ist eine fehlerhafte Rückbildung der Milchleiste in der Embryonalentwicklung.

Extrem starke Körperbehaarung

Extrem starke, fellartige Körperbehaarung ist ebenfalls ein Atavismus. Dies ist ein Krankheitsbild, das Hypertrichose genannt wird. Die betroffenen Personen sind außer an den Hand- und Fußballen am ganzen Körper behaart. Dies ist ebenfalls ein Evolutionsbeweis. Es beweist, dass die menschlichen Vorfahren ein dichtes Fell besaßen.

Verlängertes Steißbein

Ein weiteres Beispiel beim Menschen ist das Steißbein. Dies ist die Rückbildung des Schwanzes der menschlichen Vorfahren. Dieser Schwanz hat sich im Laufe der Evolution immer mehr zurückgebildet. Tritt dieser heutzutage wieder auf, spricht man von einem Atavismus.

Skelett
Körperbehaarung
Brustwarzen
Steißbein
Normal
Atavismen

Extra Hufe beim Pferd

Ein weiterer Atavismus, der bei Pferden auftritt, ist die Dreihufigkeit. Das Pferd kommt mit einem zusätzlichen Huf auf die Welt.

Extra Flügel bei Insekten

Das Auftreten von neuen Flügeln bei Insekten, ist ebenfalls ein Atavismus. Dies kann zum Beispiel die Entwicklung von einem zweiten, hinteren Flügelpaar bei Fliegen sein. Ein Beispiel hierfür ist die Fruchtfliege (Drosophila). Außerdem können Flügel bei eigentlicih flügellosen Insekten auftreten.

Fliege
Pferd
Normal
Atavismus

Nestbau des Sperlings

Einen Verhaltensatavismus beobachtet man manchmal bei Haussperlingen. Manche verfallen beim Nestbau in das Verhaltensmuster des nah verwandten Webervogels zurück und bauen Kugelnester, anstatt offenen Nestern.

Die Pfingstrose

Die grünen Blätter bei der Pfingstrose sind ein Beispiel für einen Atavismus bei Pflanzen. Diese sind sehr chlorophyllhaltig. Chlorophyll ist der grüne Blattfarbstoff. Die normale Farbe der Pfingstrose ist ist Zartgelb, Weiß, Rosa oder Dunkelrot.

Blütensymmetrie des Leinkrauts

Ein weiterer Atavismus in der Pflanzenwelt ist der radiärsymmetrische Blütenbau bei Pflanzen die normalerweise einen bilateralsymmetrischen Blütenbau haben.

Dieser Atavismus kann zum Beispiel beim Leinkraut auftreten.

Pfingstrose
Leinkraut
Normal
Atavismus

Atavismen Zusammenfassung

Atavismen sind Merkmale oder Verhaltensweisen, die wieder auftreten. Bei vorhergehenden Generationen fehlen sie. Atavismen können bei den Menschen aber auch in der Tierwelt und der Pflanzenwelt auftreten. Sie sind sehr selten und treten nur vereinzelt auf. Phänotypisch, also äußerlich sind die Merkmale verschwunden, die Anlage für dieses Merkmal ist jedoch noch in der DNA gespeichert und somit genotypisch erhalten geblieben. Die Gene wurden über die Entwicklung nur blockiert.

Es gibt verschiedene Ursachen, die zu den Atavismen führen können. Gründe für die Entstehung, sind Mutationen und Hybridzucht. Entwicklungsstörungen, wie Störungen bei der Embryonalentwicklung, können ebenfalls die Ursache für Atavismen sein sowie spontane Änderungen im genetischen Material. Diese spontanen Änderungen werden auch Rückmutationen genannt. Außerdem können Probleme bei der Genregulation Atavismen hervorrufen, wenn zum Beispiel bereits inaktivierte Gene wieder aktiviert werden.

Beispiele für Atavismen beim Menschen sind überzählige Brustwarzen, extrem starke Körperbehaarung, extra Halsrippen sowie ein verlängertes schwanzartiges Steißbein.

Bei den Tieren gehören zu den Atavismen eine überzählige Hufe beim Pferd, oder das plötzliche Auftreten von Flügeln bei flügellosen Insekten.

Mögliche Atavismen bei Pflanzen sind die grünen Blütenblätter bei der Pfingstrose. Ihre normale Farbe ist Zartgelb, Weiß, Rosa oder Dunkelrot. Ein weiterer Atavismus in der Pflanzenwelt ist der radiärsymmetrische Blütenbau bei Pflanzen die normalerweise einen bilateralsymmetrischen Blütenbau haben. Dieser Atavismus kann zum Beispiel beim Leinkraut auftreten. Einen weiteren Atavismus findet man bei Kakteen. Man findet dann an einigen Stellen keine Dornen, sondern "normale" Blätter.

Atavismen können auch bei Bakterien, Pilzen und Einzellern auftreten. Es ist hier jedoch schwer sie eindeutig zu identifizieren. Man kann sie nämlich schwer von Neubildungen unterscheiden.

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