Grüne Gentechnik

In deinem Alltag ist dir bestimmt schon einmal grüne Gentechnik begegnet, auch wenn du es vielleicht nicht bemerkt hast. Zum Beispiel in Form von Obst und Gemüse im Supermarkt.
Was ist grüne Gentechnik? Wofür wird sie genutzt? Welche Vor- und Nachteile hat sie?
simpleclub gibt dir hier ganz übersichtlich alle Informationen, die du zu dem Thema brauchst.

Grüne Gentechnik einfach erklärt

Genetisch veränderte Pflanzen wurden erstmals im Jahr 1996 angebaut. Seither steigt die Anzahl an Anbauflächen jährlich weiter.

Der Anbau konzentriert sich dabei fast ausschließlich auf die vier Nutzpflanzen Mais, Soja, Raps und Baumwolle.

Das große Ziel ist es, die Ertragsrate einer Pflanze zu erhöhen und diese durch genetische Veränderungen schädlingsresistent zu machen und vor Umwelteinflüssen zu schützen.
Dafür werden die Pflanzen gentechnisch manipuliert.

Du hast bestimmt schon einmal von Insektiziden gehört. Mit dem Gift werden Pflanzen, wie der Name schon sagt, vor Insekten geschützt. Entweder werden sie auf Felder und Plantagen gespritzt oder durch Gentechnik direkt in die Pflanzen eingebracht. Dann können sie sich quasi selbst vor Fressfeinden schützen.

Außerdem gibt es noch Gifte, die Pflanzen vor Unkraut schützen sollen. Sie heißen Herbizide. Allerdings schaden sie auch den Pflanzen selbst. Daher werden die Pflanzen so verändert, dass sie nicht mehr anfällig für die Herbizide sind.

Mithilfe von Gentechnik werden Zuchtpflanzen in der Landwirtschaft zusätzlich resistenter gegen Wetterschwankungen, wie zum Beispiel Dürre, Pilze und Bakterien oder Viren gemacht.

Das wichtigste Ziel der grünen Gentechnik ist also den Ertrag einer Ernte zu steigern und so möglichst viel finanziellen Gewinn zu machen.

Auch das Aussehen und andere Eigenschaften einer Pflanze werden durch Gentechnik beeinflusst. Früchte sollen im Supermarkt beispielsweise schöner aussehen oder Gemüse gleichmäßiger sein.
Es gibt bereits eine sogenannte Anti-Matsch-Tomate, die weniger schnell matschig wird als andere Tomaten und somit länger verkauft werden kann.

Grüne Gentechnik Definition

Die grüne Gentechnik beschreibt verschiedene Verfahren in der Landwirtschaft, bei dem gezielte Gene in das Erbgut von Pflanzen eingebaut werden.


Grüne Gentechnik Methode

Um fremde Gene in die Pflanze einzuschleusen, gibt es drei Verfahren.

DNA-Transfer über Plasmide und Bakterien

Bei der ersten Methode wird die DNA über Plasmide und Bakterien weitergegeben.
Ein Virus oder ein Bakterium wird als eine Art Taxi benutzt, um fremde DNA über Plasmide in die Pflanzen einzuschleusen. Diese werden mit dem gewünschten Gen ausgestattet und infizieren die Pflanze. Die Pflanzenzellen nehmen die Gene dann auf.
Als Nächstes werden Zellen, die die fremde DNA aufgenommen haben, in einem Reagenzglas zu vollständigen Pflanzen herangezogen.

Abbau der Zellwände

Pflanzen lassen sich auch genetisch modifizieren, indem Zellwände, die normalerweise vor einer Übertragung fremder Gene schützen, abgebaut werden.
Dann bleibt der Protoplast übrig. Der Protoplast ist der Inhalt der Zelle ohne die Zellwand. Dieser Protoplast wird dann mit dem gewünschten Gen in eine Flüssigkeit gegeben und kann so das Gen aufnehmen.

Genkanone

Die Methode der Genkanone klingt erst mal als stamme sie aus einem schlechten Film. Sie wird aber tatsächlich angewendet.

Hierbei wird das einzuschleusende Gen an mikroskopisch kleine Kügelchen geheftet. Diese werden dann mit einer Geschwindigkeit von mehr als 1300 Metern pro Sekunde in die Pflanzenzellen geschossen.
Die Partikel sind so klein, dass die Bestandteile der Zelle nicht beschädigt werden.
Diese Methode ist allerdings ein kleines Glücksspiel, denn die eingeschleusten Gene können häufig nicht aktiv werden.

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Grüne Gentechnik Pro und Contra

Pro

Contra

Die Pflanzen erhalten neue, nützliche Eigenschaften.

Lebensmittel können von Schimmelpilzgiften, die durch Insekten ausgelöst werden, befallen sein und somit der Gesundheit schaden. Besonders in ärmeren Ländern wird durch Gentechnik diesem Problem entgegengewirkt.

Die Erträge werden erhöht und die Ernteausfälle verringert.

Die neuen Gene können anderen, bereits vorhandenen Genen und somit dem Stoffwechsel einer Pflanze schaden.

Es müssen weniger Pestizide eingesetzt werden.

Es bestehen noch ungeklärte Gefahren für die Umwelt, zum Beispiel für den Pollenflug von Pflanzen.

Gentechnik kann zu weniger Lebensmittelverschwendung und weniger Armut führen, da seltener beschädigtes Obst und Gemüse weggeworfen werden muss.

Genverändertes Saatgut ist sehr teuer und es wird kritisiert, dass nur große Konzerne einen Vorteil aus den erhöhten Preisen ziehen können. Verbraucher:innen und Landwirt:innen hätten hingegen nur Nachteile.

Mithilfe der grünen Gentechnik wird also die DNA von Pflanzen verändert und angepasst. Die Vor- und Nachteile davon kennst du jetzt.

Übersicht Gentechnik.

Grüne Gentechnik Beispiele

Mittlerweile gibt es einige Beispiel für die erfolgreiche Anwendung von grüner Gentechnik bei Lebensmitteln.

Bt-Mais

Der Bt-Mais ist eins der ersten gelungenen Projekte von genetisch veränderten Pflanzen.
Der Mais wird gegen einen bestimmten Schädling, den sogenannten Maiszünsler, resistent gemacht.

Bt steht für das Bodenbakterium Bacillus thuringiensis, welches ein Eiweiß produziert, dass erst im Darm des Maiszünslers in eine giftige Variante umgewandelt wird.

Das Zielgen wird über Plasmide in die DNA eines Bakteriums eingeschleußt. Das Bakterium befällt die Pflanze wodurch das Zielgen auch in der Pflanze abgeschrieben wird und sich so vermehrt.

Um die Pflanze gegen das Bodenbakterium resistent zu machen, muss das sogenannte Zielgen in den Mais geschleust werden.

  • Das Zielgen enthält Informationen zu Abwehr von Bt
  • Zielgen wird in ein Plasmid eingebaut (DNA-Ring)
  • Plasmid wird in ein Bakterium übertragen - Zielgen befindet sich in der bakteriellen DNA
  • Bakterium befällt den Mais
  • Durch den Befall, befindet sich in der Pflanze das Zielgen
  • Zielgen kann erkannt und abgeschrieben werden
  • Pflanze ist resistent

Goldener Reis

Der goldene Reis hat seinen Namen von eingelagertem Beta-Carotin, welches den Reiskörnern eine gelblich-orange Färbung verleiht.
Mithilfe der Gentechnik wurde ein Mais-Gen in die Reispflanze eingebaut.
Der neue Reis soll dabei helfen, Vitamin A-Mangel in Entwicklungsländern zu lindern, wo Reis für viele Menschen die Hauptnahrungsquelle ist.

Bt-Auberginen

Auberginen sind eine wichtige Nahrungsquelle für Menschen in Asien.

Allerdings wird die Pflanze häufig vom sogenannten Auberginenfruchtbohrer befallen. Dadurch verlieren Kleinbauern und -bäuerinnen einen sehr großen Teil ihrer Ernte.
Deswegen werden Auberginen mit Insektiziden behandelt und das meist sogar jeden zweiten Tag. Das belastet die Pflanze an sich, die Umwelt und Tiere um sie herum stark.

Die Auberginenpflanzen wurden deswegen mit dem gleichen Bodenbakterium genetisch verändert wie auch der Bt-Mais.

Ein Eiweiß des Bakteriums ist für die Raupen des Auberginenfruchtbohrers tödlich, gleichzeitig aber unschädlich für Menschen, denn das Protein wird erst im Darm der Insekten aktiv.

So konnte der Einsatz von Giften verringert und der Ertrag der Landwirte und Landwirtinnen gesteigert werden.

Grüne Gentechnik Zusammenfassung

Unter grüner Gentechnik versteht man den Einsatz genetisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft. So können sie besser vor Insekten und Unkraut geschützt werden, ihre Haltbarkeit verlängert oder Obst und Gemüse sogar optisch perfektioniert werden.

Für die grüne Gentechnik gibt es mehrere Methoden: den DNA-Transfer über Plasmide und Bakterien, den Abbau von Zellwänden oder durch die Genkanone.

Die Debatte über Gentechnik ist groß. Viele befürchten noch unerforschte Risiken für Mensch und Natur, andere betonen, dass es wichtig ist, dass Ernteerträge erhöht und der Einsatz von Pestiziden minimiert werden.

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