Das richtige Heben und Tragen

Als Fachkraft für Lagerlogistik ist das Lager der zentrale Ort, an dem sich ein Großteil der Arbeit abspielt. Abgesehen von der Lagereinrichtung, müssen Güter oft bewegt werden. Dazu gibt es zahlreiche Hilfsmittel wie zum Beispiel Gabelstapler. Oft muss die Ware aber auch mit den Händen gehoben und getragen werden.

Das richtige Heben und Tragen kann deine Gesundheit schützen und die Arbeit somit deutlich entspannter machen.

simpleclub hilft dir dabei, die richtigen Bewegungsabläufe beim Heben und Tragen zu erlernen!

Heben und Tragen einfach erklärt

Das richtige Heben und Tragen spielt eine große Rolle, wenn viele Handtransporte im Lager durchgeführt werden. Sollte kein Fördermittel zur Verfügung stehen, wird Ware oft per Hand ins Lager gebracht oder im Lager selbst verschoben.

Wenn einige Grundsätze beachtet werden, steigt die Arbeitssicherheit und Gefahren können beseitigt werden.

Zentrale Aspekte fürs Heben und Tragen:

  • Hilfsmittel nutzen wie Gurte oder Karren.
  • Der Rücken soll nicht gebeugt werden. So können die Bandscheiben geschont werden.
  • Die Last sollte immer aus der Hocke mit durchgestrecktem Rücken aufgehoben werden.
  • Kisten, Ware oder Pakete sollten immer gleichmäßig auf beide Hände verteilt werden.

Definition Handtransport

Der Handtransport gilt als gängige Methode, um Ware im Lager zu transportieren. Im Fall, dass keine Fördermittel zur Verfügung stehen oder diese aktuell ausgelastet sind mit anderer Ware, wird Ware oft auch per Hand eingelagert bzw. umgelagert.


Erklärung richtiges Heben und Tragen

Positive Auswirkungen von richtigem Heben und Tragen

Arbeitssicherheit und Unfallrisiko

Der Handtransport spielt eine wichtige Rolle im Lager. Neben der immer moderner werdenden Lagereinrichtung kommt es oft zu Situationen, in denen es schneller oder praktischer ist, den Transport per Hand durchzuführen.

Ein Transport mit den Händen birgt aber auch Gefahren: Mitarbeitende im Lager können sich durch Schneiden, Einklemmen oder Quetschen verletzen. Zusätzlich kann durch eine falsche Trage- oder Hebetechnik die Wirbelsäule (vor allem die Lendenwirbelsäule) falsch belastet werden.

Sind die Mitarbeitenden und Auszubildenden für dieses Thema sensibilisiert, hat das positive Auswirkungen. Werden die Grundsätze vom richtigen Heben und Tragen beachtet, so kann das Unfallrisiko minimiert werden. Auf der anderen Seite erhöht sich die Arbeitssicherheit.

Kriterien für richtiges Heben und Tragen

Grundsätzlich sollte eine Last im Lager immer mit Hilfsmitteln wie zum Beispiel Flurförderfahrzeugen bewegt werden.

Ist das nicht möglich, kann der Mitarbeitende im Lager durch einfache Regeln seinen Rücken entlasten.

Wie sollen Packstücke getragen werden?

  • So nah wie möglich am Körper tragen.
  • Das Gewicht der Last sollte auf mehrere Gänge oder Personen aufgeteilt werden.
  • Bei großen, schweren oder sperrigen Gegenständen sollte das Gewicht gleichmäßig auf beide Träger verteilt werden.
  • Hilfsmittel (z.B. Gurte oder Handsauger) nutzen.
  • Last soll gleichmäßig auf beide Hände aufgeteilt werden.
  • Der Rücken muss gerade sein und sollte nicht gebeugt werden, um die Bandscheiben zu schonen.
  • Lasten sollten nicht ruckartig bewegt werden, sondern gleichmäßig gehoben werden.
  • Bei einer Drehung sollte der ganze Körper gedreht werden und nicht nur ein Teil (z.B. die Hüfte).
  • Eine freie Sicht beim Heben und Tragen muss immer gewährleistet sein.

Rechtliche Regelungen zum Heben und Tragen

Lastenhandhabungsverordnung

Lastenhandhabungsverordnung

Bei der Lastenhandhabungsverordnung handelt es sich um eine deutsche Verordnung zur Durchsetzung des Arbeitsschutzes. Diese befasst sich mit der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz bei der manuellen Handhabung von Lasten bei der Arbeit. Der Arbeitgebende muss beim Handtransport einige Regelungen beachten, um Arbeitskräfte beschäftigen zu können.

§ 2 Maßnahmen

(1) Der Arbeitgeber hat (...) geeignete organisatorische Maßnahmen zu treffen oder geeignete Arbeitsmittel, insbesondere mechanische Ausrüstungen, einzusetzen, um manuelle Handhabungen von Lasten, die für die Beschäftigten eine Gefährdung für Sicherheit und Gesundheit, insbesondere der Lendenwirbelsäule mit sich bringen, zu vermeiden.

(2) Können diese manuellen Handhabungen von Lasten nicht vermieden werden, hat der Arbeitgeber bei der Beurteilung der Arbeitsbedingungen nach § 5 des Arbeitsschutzgesetzes die Arbeitsbedingungen (...) zu beurteilen. Aufgrund der Beurteilung hat der Arbeitgeber geeignete Maßnahmen zu treffen, damit eine Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten möglichst gering gehalten wird.

Die gesamte Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der manuellen Handhabung von Lasten bei der Arbeit (Lastenhandhabungsverordnung - LasthandhabV) findest du auch im Internet auf der Webseite des Bundesministeriums für Justiz.

Grundsätze der Lastenhandhabungsverordnung

Aus der Lastenverordnung gehen Grundsätze hervor, denen der Arbeitgebende nachzugehen hat. Die wichtigsten davon sind im Folgenden aufgelistet.

  • Ausreichend Mitarbeitende stehen zur Verfügung.
  • Transporthilfen werden bereitgestellt.
  • Arbeitsplätze sollen rückenschonend ausgelegt sein.
  • Alle Arbeitsbereiche verfügen über ausreichend Bewegungsraum und Ablageflächen.
  • Überflüssiges Heben und Tragen durch Mitarbeitende soll vermieden werden.
  • Regelmäßige Durchführung von Schulungen/Unterweisungen, die insbesondere auf gesundheitsschonendes Heben und Tragen eingehen.
  • Wenn möglich soll der Arbeitgebende kleine Verpackungsgrößen bestellen.
  • Die Orientierungswerte zu den Hebe- und Tragehäufigkeiten sollen eingehalten werden. Arbeitgebende sollen für die Einhaltung dieser Maßzahlen Sorge tragen.

Orientierungswerte zur Hebe- und Tragehäufigkeit

Hebe und Tragehäufigkeiten pro Schicht

Eine Frage, die mit dem richtigen Heben und Tragen in Verbindung steht, bezieht sich auf die Häufigkeit von Hebe- und Trageprozessen pro Arbeitstag. Orientierungswerte finden sich in der Tabelle. Die zulässigen Höchstlasten dürfen nicht überschritten werden.

In der Tabelle wird unterschieden zwischen Männern und Frauen. Kriterien wie das Lastgewicht, die Dauer des Prozesses und die Trageentfernung werden dabei berücksichtigt.

So darf beispielsweise ein Mann in der Regel Lasten unter 10 Kilogramm ohne Einschränkungen tragen. Ein Gewicht von 15 bis 20 Kilogramm sollte in einer Schicht nicht über 250 Mal gehoben, abgesetzt, umgesetzt oder gehalten werden, bei einer Dauer von unter 5 Sekunden. Je nach Trageentfernung reduziert sich die Anzahl auf 100 beziehungsweise 50 Mal pro Schicht.

Hebe- und Tragehäufigkeiten bei unterschiedlichen Personengruppen
Hebe- und Tragehäufigkeiten bei unterschiedlichen Personengruppen

Hebe und Tragehäufigkeiten bei unterschiedlichen Personengruppen

Hebe- und Tragehäufigkeiten bei unterschiedlichen Personengruppen

Personengruppe

Beschreibung

Männer

Die Orientierungswerte für Heben und Tragen sind bei Männern am höchsten. Bis zu einer Traglast von bis zu 25 Kilogramm gibt es spezifische Regelungen. Eine höhere Traglast muss in Verbindung mit präventiven Maßnahmen stehen.

Frauen

Frauen haben aus genetischen Gründen etwas niedrigere Orientierungswerte für das Heben und Tragen. Lasten unter 5 Kilogramm dürfen in der Regel ohne Einschränkung getragen oder gehoben werden. Traglasten über 15 Kilogramm sollten nicht per Handtransport durchgeführt werden. Auch hier bedarf es dann spezieller präventiver Maßnahmen.

Schwangere, Jugendliche und Kinder

Für bestimmte Personengruppen, wie zum Beispiel Schwangere oder Jugendliche gelten Sonderregelungen. Diese Gruppen unterstehen einem besonderen Schutz. Arbeitgebende müssen auf die Probleme und Bedürfnisse der Gruppe in einem besonderen Maße eingehen.


Handtransporte Zusammenfassung

Wenn im Lager keine Transportmittel zur Verfügung stehen, müssen Mitarbeitende im Lager Güter und Ware per Hand ein-, aus- oder umlagern. Ein korrektes Heben und Tragen ist dabei enorm wichtig, um die Gesundheit der Mitarbeitenden zu schützen. Wenn möglich soll der Handtransport aber vermieden werden. Stattdessen eignet es sich viel besser auf Flurfördergeräte, wie zum Beispiel Hubwagen, zurückzugreifen.

Packstücke richtig heben und tragen:

  • Nah am Körper tragen.
  • Gewicht der Last auf mehrere Gänge und/oder Personen verlagern.
  • Hilfsmittel wie z.B. Handsauger verwenden.
  • Ein gerader Rücken ist sehr wichtig (keine Beugung!).
  • Last auf beide Hände verteilen.
  • Lasten nicht ruckartig bewegen.
  • Bei Drehungen den ganzen Körper mitdrehen.
  • Freie Sicht haben.

Die Lastenhandhabungsverordnung dient der Durchsetzung des Arbeitsschutzes. Sicherheit und Gesundheitsschutz bei manuellen Handhabungen stehen hier im Vordergrund. Der Arbeitgebende ist dafür verantwortlich.

Orientierungswerte zum Heben und Tragen geben eine Übersicht, welche Personengruppe wie viel tragen darf.

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