Betriebsformen und ihre Lager

Lager können sehr unterschiedlich aussehen. Sie können auch verschiedene Funktionen erfüllen. Es ist deshalb sehr wichtig die Lagerarten zu unterscheiden. Doch welche Betriebe benötigen welche Lagerarten? Um dies zu unterscheiden, kann man sich Betriebsart ansehen.

simpleclub hilft dir dabei die Betriebsarten zu unterscheiden und ihre Lagerarten zu verstehen!

Betriebsarten und ihre Lagerformen einfach erklärt

Lager können sehr unterschiedliche Formen und Funktionen haben. Sie richten sich nach den Anforderungen, die der Betrieb an sie hat. Genauso vielseitig wie die Lagerarten sind auch die Betriebsarten. Man kann hier in Handelsunternehmen und Produktionsunternehmen unterscheiden.

Produktionsunternehmen stellen Waren aus verschiedenen Materialien her.
Handelsunternehmen verkaufen die fertigen Waren weiter.
Eine Erklärung zu den allgemeinen Aufgaben, die ein Lager übernehmen kann, findest du in unserer Erklärung zu den Grundsätzen ordnungsgemäßer Lagerung.

Definition Betriebsarten

Die Betriebsart ist eine Möglichkeit Betriebe zu unterscheiden nach Handelsbetrieb, Dienstleistungsbetrieb und Produktionsbetrieb.

Je nach Betriebsart unterscheiden sich die Anforderungen an die Lager, deshalb benötigen die Betriebe unterschiedliche Arten von Lager.


Betriebsarten

Unternehmen können ganz unterschiedliche Aufgaben haben. In der Volkswirtschaft unterscheidet man sie deshalb nach ihrer Betriebsart. Für die Logistik sind hierbei vor allem Handelsbetriebe und Produktionsbetriebe entscheidend. Dienstleistungsbetriebe haben oft nur wenig Bedarf an Lagern.

Handelsbetriebe können weiter in Großhandel und Einzelhandel unterschieden werden.

  • Der Großhandel kauft Waren in großen Mengen von den Industriebetrieben ein und verkauft diese an den Einzelhandel weiter.
  • Der Einzelhandel verkauft die Waren an den Endkunden weiter.

Die Produktionsbetriebe lassen sich in Industriebetriebe und Handwerksbetriebe einteilen.

  • Die Industriebetriebe produzieren standardisierte Produkte in großen Mengen.
  • Handwerksbetriebe stellen individuelle Produkte in Handarbeit her.

Beispiele zu den Betriebsarten

Großhandel
Einzelhandel
Handwerk
Industrie

Der Big Store ist ein Großhandel. Hier können Kunden aus dem Einzelhandel und Handwerk alles finden, was sie für Fahrräder benötigen. Von Schrauben, zu Rahmen, bis zum ganzen Fahrrad kann man alles besorgen.
Bei simple bikes können Privatkunden sich beraten lassen und das passende Fahrrad auswählen. Es handelt sich um einen Einzelhandel.
Der Handwerksbetrieb von Ulrich Schottke stellt handgefertigte Sättel aus Leder her. Er verkauft sowohl an Privatkunden, als auch an den Laden simple bikes.
Fröhlichs Fahrräder stellt in großen Mengen das immer gleiche Fahrrad Modell Sunshine aus Rohstoffen her. Hierbei kommen vor allem Maschinen zum Einsatz, weshalb es sich um einen Industriebetrieb handelt.

Lagerformen in Industrie- und Handwerksbetrieben

Die Organisation der Lager findet stofforientiert oder verbrauchsorientiert statt. Stofforientiert bedeutet, dass gleichartige Stoffe zusammen gelagert werden wie zum Beispiel bei einem Treibstofflager oder einem Gefahrenstofflager. Die verbrauchsorientierte Lagerung richtet sich nach der Anforderung im Produktionsprozess. Stoffe werden dort gelagert, wo sie benötigt werden.

Materiallager

Im Materiallager werden Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe gelagert.
Dieses Lager übernimmt eine Sicherungsaufgabe und Überbrückungsaufgabe, um den reibungslosen Ablauf der Produktion zu garantieren. Doch den Einkauf großer Mengen und nutzen von Rabatten, kann das Materiallager eine Spekulationsaufgabe übernehmen.

Materialien

Rohstoffe

Rohstoffe sind Hauptbestandteile des fertigen Produkts, müssen aber meist erst angepasst werden.

Hilfsstoffe

Hilfsstoffe sind Nebenbestandteil des fertigen Produktes und werden benutzt, um die Rohstoffe zu verbinden.

Betriebsstoffe

Betriebsstoffe sind nicht Bestandteil des Endprodukts, werden aber benötigt, um zum Beispiel die Maschinen zu bedienen, oder die Roh- und Hilfsstoffe anzubringen.

Produktionslager

Um die Strecken zwischen Produktion und Hauptlager zu verkürzen werden bei der verbrauchsorientierten Lagerung Produktionslager in der eigentlichen Produktion angelegt. Hierzu zählen das Handlager und das Zwischenlager.
Diese Lagerarten übernehmen hauptsächlich die Überbrückungsfunktion.

Handlager

Handlager

Das Handlager wird aus Materialien aus dem Lager befüllt, die nicht sofort verbraucht werden. Häufig werden mehrere Materialien in kleinen Entnahmeeinheiten aus dem Lager entnommen. Diese werden einzeln während der Produktion verbraucht.
Ein Beispiel bei der Produktion von Fahrrädern sind Schrauben. Es wird eine kleine Kiste in greifbarer Nähe der Produktion gelagert. Die einzelnen Schrauben werden Schritt für Schritt in das Produkt geschraubt.

Wichtig ist, dass das Handlager in der Nähe der Produktion liegt und vor Arbeitsbeginn befüllt wird um Verzögerungen zu vermeiden.

Zwischenlager

Zwischenlager werden auch Werkstatt-, Puffer-, oder Fertigungszwischenlager genannt. Hier werden halbfertige Erzeugnisse gelagert, die bei der Produktion entstehen.

Zwischenlager
Frisch lackierte Fahrräder werden im Zwischenlager getrocknet, bevor sie weiter verarbeitet werden.

Wareneingang

Wareneingang

Im Wareneingang kommen die Waren an und werden von den Mitarbeitern überprüft. Im sogenannten Just-in-time-Verfahren werden die Waren direkt in die Produktion überführt. Ansonsten werden die Waren in die weiteren Lager geleitet.

Warenausgang

Der Warenausgang findet über die verschiedenen Absatzlager statt.
In den Fertigwaren- und Erzeugnislager werden die fertigen Produkte gelagert, nachdem die Produktion abgeschlossen ist.
Im Versandlager werden die Produkte in Transportverpackungen gesichert und von dort verschickt.
Sie übernehmen hauptsächlich Sicherungs- und Überbrückungsfunktion.

Sonderlager

Je nach Unternehmen kann es auch weitere Lager geben, die individuell ausgerichtet werden.

Werkzeug- und Ersatzteillager

Das Werkzeug- und Ersatzteillager enthält Werkzeuge und deren Ersatzteile die einen hohen Verschleiß haben. Also solche die häufig kaputt gehen.

Packmittellager

In dem Packmittellager werden Verpackungsmaterialien und Transportverpackung gelagert.

Büromateriallager

In dem Büromateriallager werden zum Beispiel Stifte, Papier und Taschenrechner gelagert.

Lager in Handelsbetrieben

Lager im Großhandel

Der Großhandel stellt das Bindeglied zwischen der Industrie und dem Einzelhandel dar. Das Lager des Großhandels muss dabei viele Aufgaben erfüllen, um eine breites und Sortiment anzubieten und ausreichende Mengen zu lagern.

Kommissionslager

Kommissionslager

Das Kommissionslager wird von einem Kommissionär betrieben. Er bewahrt Waren für einen Kommittent auf und verkauft diese an die Endkunden. Wichtig dabei ist, dass die Waren noch rechtliches Eigentum des Kommittenten sind, bis sie an den Endkunden verkauft sind. Der Kommissionär ist also nie Eigentümer, sondern nur Zwischenhändler.
Das Kommissionslager übernimmt sowohl eine Sicherungs- als auch Überbrückungsfunktion.

Konsignationslager

Konsignation

Das Konsignationslager wird in der Nähe des Kunden betrieben. Der Lieferant lagert hier Waren ein. Sobald der Kunde etwas aus dem Lager entnimmt, wird der Lieferant benachrichtigt. Dieser stellt dem Kunden dann eine Rechnung für die entnommenen Waren.
Man kann sich dies wie bei einem Snack-Automaten an Bahnhöfen vorstellen. Der Lieferant befüllt diesen. Erst wenn ein Kunde etwas entnimmt, zahlt er auch.
Sowohl Sicherungs- als auch Überbrückungsfunktion werden hier übernommen.

Auslieferungslager

In einem Auslieferungslager werden Waren gelagert, bis sie an den Kunden versandt werden. Diese Lager werden häufig in der Nähe der Kunden errichtet, um schnelle Lieferzeiten zu ermöglichen. Es gibt auch die Möglichkeiten Auslieferungslager bei einem Spediteur zu unterhalten.
Hier herrscht die Überbrückungsaufgabe vor.

Lager im Einzelhandel

Verkaufslager

Im Verkaufslager werden die Waren dem Kunden angeboten. Das Lager sollte möglichst kundenfreundlich gestaltet sein.

Reservelager

Im Reservelager werden Waren in der Nähe des Verkaufslagers aufbewahrt. Häufig werden die Waren hier auch ausgepackt und überprüft, sowie für den Verkauf vorbereitet zum Beispiel durch Etikette und Preisauszeichnung.

Musterlager

Im Musterlager werden ähnlich wie im Verkaufslager Waren präsentiert. Nachdem der Kunde sich anhand der Beispiele und Muster die Waren ausgesucht hat, werden Sie aus dem Reservelager geliefert. Dieses Prinzip kennt man häufig aus Baumärkten und Möbelhäusern.


Zusammenfassung der Betriebsarten und ihrer Lager

Betriebe lassen sich grob unterscheiden in:

  • Industriebetriebe, die Produkte in großen Mengen mithilfe von Maschinen herstellen.
  • Handwerksbetriebe, die individuell Produkte in Handarbeit herstellen.
  • Großhandel, der die Verknüpfung zwischen Industrie und Einzelhandel darstellt.
  • Einzelhandel, der Produkte an Endkunden weiterverkauft.

Dabei stellt jede Betriebsart unterschiedliche Anforderungen an das Lager.
Produktionsbetriebe wie Industrie- und Handwerksbetriebe können stofforientiert oder verbrauchsorientiert organisiert sein.

  • Im Wareneingang kommen die Waren an und werden dann in die Produktion (Just-in-time-Verfahren), oder die weiteren Lager überführt.
  • Im Materiallager werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe gelagert.
  • Im Handlager und Zwischenlager werden nötige Teile und halbfertige Erzeugnisse gelagert, um die Produktion effizient zu gestalten.
  • Bei dem Absatzlager handelt es sich um den Warenausgang.
  • Außerdem kann es noch weitere Lager im Unternehmen geben, wie das Werkzeug- und Ersatzteillager, oder das Packmateriallager.

In den Handelsbetrieben sind die Lager meist kundenorientiert.

  • Im Großhandel gibt es häufig das Auslieferungslager, das in der Nähe der Kunden oder bei Speditionen liegt. Hier werden Waren bis zu Auslieferung gelagert.

  • Das Kommissionslager und Konsignationslager sind spezielle Lagerformen, bei denen der Lagerort der Waren nicht bei den Eigentümern liegt.

  • Im Einzelhandel gibt es meist ein Verkaufslager oder Musterlager, in denen die Waren präsentiert werden.

  • Ein Reservelager ist hier häufig nötig um genug Waren auf Vorrat zu halten.

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