Filmanalyse

Die Analyse eines Films konzentriert sich auf die drei Ebenen: Inhalt, Figuren und filmische Gestaltungsmittel.


Analysekriterien

1. Inhaltsanalyse

  • Handlungsverlauf
  • Erzählstruktur
  • Genre
  • Zielgruppe
  • Thema des Films

2. Figurenanalyse

  • Figurenkonstellation (→ Beziehungen der Figuren)
  • Namen
  • Aussehen
  • Charaktereigenschaften
  • Entwicklung von Figuren

3. Filmische Gestaltungsmittel

Kameraperspektive

  • Vogelperspektive
  • Normalperspektive
  • Froschperspektive
Auf dem Bild ist Jan zu erkennen und eine Kamera. Sie zeigt die unterschiedlichen Kameraperspektiven: Vogelperspektive, Normalsicht und Froschperspektive.

Kameraposition

  • Detail, Groß, Nah
  • Halbnah, Halbtotale, Totale, Weit / Panorama

Kameraführung

  • schwenken, rollen, neigen

Montage und Schnitt

  • Übergänge zwischen Szenen

Ton und Geräusche


Aufbau

Orientiere dich an folgendem Schema aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.

Einleitung

  • Einleitender Satz mit: Filmtitel, Regisseur / Regisseurin, Erscheinungsjahr, Genre
  • Benennung der Aspekte, die analysiert werden → Wird nur ein Ausschnitt oder der komplette Film analysiert?

Hauptteil

  • Fokus auf die zuvor genannten Analyseaspekte
  • Gliederung der Analyse durch Zwischenüberschriften, z.B. Inhaltsanalyse, Figurenanalyse, Gestaltungsmittel

Schluss

  • Zusammenfassung der Ergebnisse der Analyse

Beispiel

Einleitung

Der Film Die Welle von Dennis Gansel aus dem Jahr 2008 wird dem Genre Thriller/Drama zugeordnet.

Im Folgenden wird der Inhalt, die Figuren und die filmischen Gestaltungsmittel analysiert.

Hauptteil

Inhaltsanalyse

Rainer Wenger ist Gymnasiallehrer und soll seinen Schülerinnen und Schülern in einer Projektwoche erklären, was Autokratie ist. Als die Frage aufkommt, ob in Deutschland erneut eine Diktatur möglich wäre, verneinen die Schülerinnen und Schüler dies. Herr Wenger möchte sie auf die Probe stellen und beschließt ein Experiment durchzuführen. Er selbst wird von den Schülerinnen und Schülern der Rolle der Leitfigur zugeordnet. Das Experiment entwickelt sich immer mehr zu einer Katastrophe. Nach einer Woche beinhaltet es das Tragen von Uniformen, ein eigenes Logo, einen Gruppennamen und einen internen Gruß, den nur Mitglieder kennen. Alle Schülerinnen und Schüler, die der Welle nicht beitreten wollen, werden kurzer Hand aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Die Schülerschaft und Herr Wenger verlieren immer mehr die Kontrolle über das Experiment. Tim, ein Mitglied der Welle, nimmt das Experiment sehr ernst. Als sich die Gemeinschaft auflösen will, zieht er eine Pistole und bedroht seine Mitschüler. Dabei schießt er auf einen von ihnen, denn er fordert, dass die Welle weitergeht. Nachdem Tim keinen anderen Ausweg mehr sieht, erschießt er sich selbst. Am Ende wird der Lehrer Rainer Wenger verhaftet.

Figurenanalyse

Es gibt insgesamt vier Hauptfiguren.

Der Lehrer Rainer Wenger lebt mit seiner Frau Anke in einem Bootshaus. Er leitet während der Projektwoche den Kurs Autokratie. Durch sein Projekt gewinnt er an Macht und die Schülerinnen und Schüler hören ihm endlich zu. Es gefällt ihm immer mehr, der Anführer zu sein und so gerät die Welle langsam außer Kontrolle.

Karo stellt im Film eine gute Schülerin dar. Sie lebt mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder in einem schönen Haus und ist mit Marco zusammen. Eigentlich interessiert sie sich für den Kurs Autokratie, jedoch weigert sie sich die Uniform anzuziehen und wird somit ausgeschlossen. Sie ist die Einzige, die der Welle kritisch gegenübersteht und die Gefahren sieht. Sie schafft es allerdings nicht, die anderen davon zu überzeugen.

Marco spielt in der Wasserballmannschaft. Er ist der Freund von Karo und kann nicht nachvollziehen, wieso Karo nicht mehr bei der Welle mitmacht. Er selbst findet die Welle anfangs eine gute Sache.

Tim, ein weiteres Mitglied der Welle, hat am Anfang keine Freunde und seine Eltern interessieren sich nicht für ihn. Durch die Welle erfährt er endlich ein Gefühl von Gemeinschaft und hat eine Art Familie. Am Ende tut er alles dafür, dass die Welle zusammenbleibt.

Filmische Gestaltungsmittel

Der Film ist durch die Normalsicht geprägt. Auffällig ist, dass die Kameraposition oft sehr nah ist. Gerade bei Gesprächen zwischen Figuren, werden diese sehr nah gezeigt. Diese Kameraposition betont den Gesichtsausdruck bzw. die Mimik der Figuren. Zudem sind die Übergänge zwischen den einzelnen Szenen sehr schnell, was eine dynamische Wirkung erzeugt.

Schluss

Insgesamt wikt der Film sehr spannend, was durch die Kameraführung und die Kameraposition unterstützt wird. Der Film setzt sich kritisch mit der Rolle des Individuums in einem totalitären System auseinander. Des Weiteren zeigt er die Gefahren solcher Systeme, die Verführbarkeit des Menschen an sich und die Möglichkeiten, solch ein System zu durchbrechen.

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