Zukunftsformen im Vergleich

Wie wird der letzte Aufsatz in Deutsch ausgefallen sein? Werden wir in 100 Jahren zum Mars reisen können? Wie wird Jans Geburtstagsparty werden? Und was werde ich in Zukunft beruflich machen?

Du warst bestimmt schon einmal in der Situation, dass du dir über die Zukunft Gedanken gemacht hast und überlegt hast, wie die Zukunft wohl aussieht oder was passieren wird.

Im Deutschen verwendest du verschiedene Zeitformen, wenn du über die Zukunft sprechen möchtest. Welche das sind und wann du welche davon brauchst, beziehungsweise wie du die Zukunft sogar ohne eine Zukunftsform ausdrücken kannst, lernst du jetzt.

simpleclub hilft dir dabei, die Zukunft in Zukunft perfekt auszudrücken.

Zukunftsformen einfach erklärt

Im Deutschen verwendest du zwei verschiedene Zeitformen, um Zukünftiges auszudrücken: das Futur I und das Futur II.

Das Futur I benutzt du, um zum Beispiel Prognosen oder zukünftige Pläne auszudrücken, aber auch für Vorsätze und Versprechen, welche du in der Zukunft realisieren willst. Bei Vermutungen, Drohungen, Aufforderungen und Befehlen, die sich auf Zukünftiges beziehen, verwendest du ebenfalls das Futur I.

Um Handlungen und Ereignisse, die in der Zukunft abgeschlossen sein werden auszudrücken, verwendest du das Futur II. Mit dem Futur II kannst du außerdem Vermutungen oder Hoffnungen über etwas ausdrücken, das schon passiert sein könnte. Hier sind bestimmt, wohl, wahrscheinlich und sicher hilfreiche Signalwörter, auf die du achten kannst, wenn du überlegst, welche Zeitform hier wohl verwendet wurde.

Das Futur I bildest du aus dem Hilfsverb ***werden*** und dem entsprechenden Vollverb im **Infinitiv**.

Der „Infinitiv“ ist die Grundform eines Verbs. Diese Form ist noch nicht konjugiert. Zum Beispiel: werden, sein, lernen, lesen.

Das Futur II bildest du im Deutschen aus drei Teilen. Du brauchst die konjugierte Form des Hilfsverbs *werden*. Daran hängst du das **Partizip II** des Vollverbs und das Hilfsverb *sein* oder *haben*.

Beide Zeitformen kannst du auch mit einem Modalverb bilden.

Achte beim Futur I und beim Futur II besonders darauf, dass du die Hilfsverben richtig konjugierst und das Partizip II richtig bildest!

Im Deutschen kannst du Zukünftiges übrigens auch ohne Zukunftsform ausdrücken, indem du einen Satz im Präsens mit einer zukünftigen Zeitangabe bildest.

Definition Zukunftsformen

Das Futur I und das Futur II sind die beiden Zeitformen im Deutschen, mit denen du die Zukunft ausdrücken kannst.


Klicke auf die Zeitformen und schaue dir Beispielsätze an.

Verwendung der Zeitformen im Vergleich

Um zu entscheiden, welche Zukunftsform du brauchst, musst du wissen, welche Zukunftsform du wann verwendest.

Futur I
Futur II

\fcolorbox{grey}{grey}{1}1\fcolorbox{grey}{grey}{1} Prognosen und zukünftige Pläne

\rarr\rarr Beispiel: Ich werde nächstes Jahr nach Frankreich fahren.

\fcolorbox{grey}{grey}{2}2\fcolorbox{grey}{grey}{2} Vorsätze und Versprechen

\rarr\rarr Beispiel: Ich werde meine Note in Deutsch verbessern.

\fcolorbox{grey}{grey}{3}3\fcolorbox{grey}{grey}{3} Vermutungen

\rarr\rarr Beispiel: Nächstes Mal wirst du es bestimmt schaffen!

\fcolorbox{grey}{grey}{4}4\fcolorbox{grey}{grey}{4} Drohungen, Aufforderungen und Befehle

\rarr\rarr Beispiel: Du wirst jetzt sofort deine Hausaufgaben erledigen!

\fcolorbox{grey}{grey}{1}1\fcolorbox{grey}{grey}{1} Um Handlungen und Ereignisse, die in der Zukunft abgeschlossen sein werden auszudrücken

\rarr\rarr Hier musst du immer eine Zeitangabe verwenden!

\rarr\rarr Beispiel: In drei Jahren werde ich mein Abitur geschrieben haben.

\fcolorbox{grey}{grey}{2}2\fcolorbox{grey}{grey}{2} Um Vermutungen oder Hoffnungen über etwas ausdrücken, das schon passiert sein könnte

\rarr\rarr Signalwörter: bestimmt, wohl, wahrscheinlich, sicher

\rarr\rarr Beispiel: Mein Papa wird schon Mittagessen gekocht haben.

Bildung der Zeitformen im Vergleich

Futur I
Futur II

konjugierte Form von *werden* im Präsens + **Infinitiv** des Verbs

konjugierte Form von *werden* im Präsens + Partizip II + sein / haben

Das Futur I

Das Futur I bildest du aus dem Hilfsverb ***werden*** und dem entsprechenden Vollverb im **Infinitiv**.

Der „Infinitiv“ ist die Grundform eines Verbs. Diese Form ist noch nicht konjugiert. Zum Beispiel: werden, sein, lernen, lesen.

Hilfsverb werden

Für das Futur I benötigst du das **Hilfsverb** werden im Präsens.

werden

  1. Pers. Sg.: ich

werde

  1. Pers. Sg.: du

wirst

  1. Pers. Sg.: er/sie/es

wird

  1. Pers. Pl.: wir

werden

  1. Pers. Pl.: ihr

werdet

  1. Pers. Pl.: sie

werden

Klicke auf die Gedankenblase, um zu sehen, wie Pia sich die Zukunft vorstellt.

Das Futur II

Das Futur II bildest du im Deutschen mit drei Teilen:

Du brauchst die konjugierte Form des Hilfsverbs *werden*. Daran hängst du das **Partizip II** des Vollverbs und das Hilfsverb *sein* oder *haben*.

Hilfsverben haben und sein

Für das Futur II benötigst du die **Hilfsverben** haben oder sein im Präsens.

sein

haben

  1. Pers. Sg.: ich

bin

habe

  1. Pers. Sg.: du

bist

hast

  1. Pers. Sg.: er/sie/es

ist

hat

  1. Pers. Pl.: wir

sind

haben

  1. Pers. Pl.: ihr

seid

habt

  1. Pers. Pl.: sie

sind

haben

Je nach Vollverb musst du ein anderes **Hilfsverb** verwenden. Entweder *sein* oder *haben*. Aber welches brauchst du wann?

Das Hilfsverb sein verwendest du bei folgenden Verbtypen:

  • Bewegungsverben: Diese Verben beschreiben die Fortbewegung von einem Ort zu einem anderen.

    \rarr\rarr Beispiele: laufen, gehen, schwimmen, fahren, fliegen, springen, krabbeln, flüchten, ...

  • Verben der Zustandsänderung: Diese Verben beschreiben die Veränderung von einem Zustand in einen anderen.

    \rarr\rarr Beispiele: sterben, wachsen, trocknen, gefrieren, verblühen, ...

Das Hilfsverb ***haben*** ist der Normalfall. Du verwendest es bei allen anderen Verben.

Partizip II

Für die Bildung des Futur II brauchst du das **Partizip II** eines Verbs. Das ist eine spezielle Form des Verbs. So bildest du sie:

  • regelmäßige Verben: ge + Verbstamm + (e)t

    \rarr\rarr Beispiel: *ge*send*et*, *ge*lern*t*

  • unregelmäßige Verben: ge + Verbstamm + en

    \rarr\rarr *Beispiele: *ge*lauf*en*, *ge*geb*en*

  • Mischverben: ge + veränderter Verbstamm + (e)t

    \rarr\rarr Beispiel: *ge**dach**t*, *ge**brann**t*

Bei der Bildung des Partizips II gibt es jedoch einige weitere Besonderheiten, die hin und wieder beachtet werden müssen:

  • Bei Verben, die auf -ieren enden, fällt das *ge-* meist weg.

    \rarr\rarr Beispiele: studieren/studiert; servieren/ serviercolor8{t}

Manche Verben haben einen trennbaren Verbzusatz. Beim Konjugieren kann dieser Zusatz vom restlichen Verb abgetrennt werden. Dazu gehören: vor-, an–, ab–, hin–, her–, ein– und viele mehr.

  • Bei der Bildung des Partizip II hängst du diesen trennbaren Zusatz **vor** die Partizipform.

    \rarr\rarr Beispiele: vorstellen/vorgestellt, einschlafen/eingeschlafen

Es gibt auch Verben mit nicht-trennbarem Verbzusatz. Dazu gehören Verben, die mit diesen Präfixen anfangen: be-, emp(f)-, ent-, er-, ge-, miss-, ver-, zer-.

  • Bei der Bildung des Partizip II lässt du das *ge-* einfach weg

    \rarr\rarr Beispiele: verstehen/verstanden, benennen/ benannt

Zukunftsformen mit Modalverben

***Modalverben*** sind eine besondere, aber im Alltag häufig verwendete Art von Verben: ***Modalverben*** verändern die Bedeutung des Vollverbs im Satz, das dann am Ende des Satzes steht. Im Deutschen unterscheiden wir sechs Modalverben: dürfen, können, sollen, mögen, müssen und wollen.

Futur I
Futur II

Bildung des Futur I mit **Modalverb**:

konjugiertes Hilfsverb *werden* steht an zweiter Stelle im Satz + Vollverb im Infinitiv an vorletzter Stelle + Modalverb an letzter Stelle im Satz

Bildung des Futur II mit **Modalverb**:

Achtung: Das Futur II wird – besonders in der gesprochenen Sprache – selten mit Modalverben verwendet.

Präsens von *werden* + Infinitiv von *haben* + Infinitiv des Vollverbs + Infinitiv des Modalverbs

Beispiele:

  • Morgen werden wir sehr früh aufstehen müssen.
  • Du wirst mich dann schon dort vorn sehen können.

Beispiele:

  • Ihr werdet das nicht haben glauben wollen.

  • Pia wird zum Mond haben fliegen können.

Alternativen zu Futur I und Futur II

Im Deutschen kannst du Zukünftiges auch ohne die direkten Zukunftszeitformen ausdrücken:

Du kannst den Satz nämlich auch im Präsens mit einer zukünftigen Zeitangabe bilden und damit etwas Zukünftiges ausdrücken.

Beispiele:

  • Ich fliege morgen in den Urlaub.

  • In drei Wochen besucht mich vielleicht meine beste Freundin.


Beispielsätze

Futur I

  • Es wird heute noch regnen. (Prognose)
  • Pia wird nach der Schule eine Ausbildung machen. (Plan)
  • Ich werde jetzt immer meine Hausaufgaben machen. Das verspreche ich dir. (Versprechen)
  • Der Schüler schaut nur aus dem Fenster und schreibt nichts mit. Er wird die Prüfung wohl nicht schaffen. (Vermutung)
  • Du wirst mir jetzt sofort das Geld zurückgeben! (Aufforderung)

Futur II

  • Im Jahre 5498 werden die Fische im Meer ausgestorben sein.
  • In einer Woche werden wir endlich unsere Prüfung gemeistert haben.
  • Morgen Nachmittag werdet ihr die Klassenarbeit geschafft haben.
  • Pia wird wahrscheinlich schon ihren Nachtisch gegessen haben.

Zusammenfassung Zukunftsformen

Der Vergleich der beiden Zeitformen der Zukunft zeigt dir, dass du die Zukunft nicht nur mit einer einzigen Zeitform ausdrücken kannst und solltest! Du kannst hier sowohl auf das Futur I, als auch auf das Futur II zurückgreifen. Außerdem hast du noch weitere Möglichkeiten, Zukünftiges auch ohne die direkten Zukunftsformen auszudrücken.

Grob gesagt:

  • Mit dem Futur I drückst du zukünftige Handlungen, Vermutungen und Ereignisse aus.

    Beispiel: Nächstes Jahr werde ich nach Spanien fliegen.

  • Mit dem Futur II drückst du aus, ob eine bestimmte Handlung oder ein Ereignis bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft abgeschlossen sein wird.

    Beispiel: Nächstes Jahr werde ich Spanien bereist haben.

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